Samstag, 12. Oktober 2013

Quittengelee oder wie die Quitte von selbst geliert.


Gerade für die diejenigen unter Euch, die auf Gelatine verzichten ist es doch schön zu wissen, dass die Quitte diese sowieso nicht benötigt. Durch den sehr hohen Pektingehalt kann sie nämlich ganz von selbst gelieren, vorausgesetzt man kocht sie lange genug, um das Pektin frei zu setzen.
Quittengelee Rezepte gibt es ja schon lang und schlapp im Netz, aber kaum einer macht sich das natürliche Pektin zunutze, meist wird überflüssigerweise Gelierzucker hinzugefügt. Brauchen wir nicht. Was wir brauchen ist Zucker und Zitronensäure, beides sind nämlich Gelierhilfen.


Wie das funktioniert hat Wikipedia so schön erklärt, das ich es mit meinen rudimentären chemischen Kenntnissen auch sofort kapiert habe:
"Um das Pektin aus den Zellwänden zu lösen, werden pektinreiche Früchte mit Zucker gekocht. Der Zucker entzieht den Zellen Wasser, wobei ihre Wände zerstört und das Pektin leichter freigesetzt werden kann. Ist genug Zucker in der Lösung vorhanden, bindet das freiwerdende Wasser an den Zucker – die Pektinmoleküle können nur noch miteinander reagieren und nicht mehr mit dem Wasser. Damit sie sich beim Abkühlen zu einem Gerüst verbinden, in dem das Wasser „eingesperrt“ wird, müssen sie allerdings in genügend hoher Konzentration vorliegen und die Lösung muss sauer sein, da die Pektinmoleküle sich sonst (durch Ionisierung) gegenseitig abstoßen."

Logisch oder?

 
Die Lown Carb Fans werden mit dieser Methode keinen Erfolg haben. Ich finde das natürliche Gelieren aber so spannend, dass ich es selbstverständlich ausnutze.
Zironensäure gibt es in Bio-Läden und gut sortierten Backabteilungen zu finden. Ob es mit reinem Zitronensaft ebenso gut gelingt, habe ich noch nicht ausprobiert, mein Gelee ist jedenfalls bombenfest geworden. Möchte man es streichfähiger erhalten, nimmt man einfach die Hälfte des Zuckers, süß ist es trotzdem noch.


Quittengellee schmeckt natürlich als Brotaufstrich, oder aber pur genascht oder zu Käse gereicht. Es eignet sich auch hervorragend um Kekse zu füllen. Also nichts wie ran an die Quitten, die Keks-Saison steht ja unmittelbar bevor und die Quittenzeit ist jetzt!


Zutaten


500 ml Quittensaft aus ca 800 g pochierten Quitten
250 g Zucker
1 Tl Zitronensäure
Wasser

Zubereitung

1. Die Quitten mit dem Zucker, wie auch beschrieben in meinem letzten Post, eine Stunde pochieren. Hierbei
    dürfen sie ausnahmsweise auch mal sprudelnd kochen, denn wir brauchen ja nur den Saft.
2. Die fertigen Quitten mit dem Kochwasser durch ein, mit einem Mulltuch bedecktes, Sieb geben und sehr
    gut abtropfen lassen. Wenn überhaupt nur sehr vorsichtig ausdrücken, damit das Gelee nicht trübe wird.
3. Den aufgefangenen Saft mit der Zitronensäure zum Kochen bringen und so lange leicht sprudelnd kochen
    lassen, bis er geliert. Man kann nach etwa 10 Minuten eine kleine Gelierprobe in den Kühlschrank legen.
    Wird diese nach 2-3 Minuten dicklich, ist das Gelee fertig. Ansonsten wird die Masse weiter eingekocht,
    wobei sie dunkler und fester wird.
4. Noch heiß in sterile Gläser einfüllen, diese dann gut verschließen, oder zum pur Naschen eine Schale mit dem
    fertig gekochten Saft ausgießen und das fest gewordene Gelee in Würfel schneiden.








Kommentare:

  1. Das kommt genau richtig. Heut hab ich 4 Kilogramm große, gelbe Birnenquitten auf dem Markt gekauft. Wunderschön fotografiert und toll beschrieben, dein Rezept. danke dafür :-)

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  2. Hallo, kann ich bei anderen Quitten-Rezepten den Gelierzucker auch weglassen? Was muss ich beachten?
    Mir wäre es auch lieber ohne den GZ!
    Tolle Seite und tolle Rezepte, die Sie da haben!!!!! Dank und beste Herbstgrüße, L.Müller

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