Dienstag, 17. Dezember 2013

Schwedisches Zimtbrot - Julbröd

Ich fühlte mich sehr geehrt, als Zorra mir mitteilte, dass ich bei ihrem Kulinarischer Adventskalender dabei sein darf. Denn dies ist ja nicht irgendein Kalender. Abgesehen von den vielen, wirklich tollen Preisen, die es für die Leser zu Gewinnen gibt, ist es ja schon ein "traditionsreiches" Event und ich bin ein bisschen stolz in diesem neunten Jahr dabei sein zu dürfen!
http://www.kochtopf.me/2013/12/kulinarischer-adventskalender-2013-mit-vielen-preisen.html

Jetzt gehts los:
Dem Umstand, dass ein großer Teil meiner Familie in Schweden wohnt, ist es zu verdanken, dass wir dort jahrzehntelang Weihnachten gefeiert haben. Angefangen hat es in meiner Kindheit, später haben wir die Tradition fortgeführt und sind mit Kind und Kegel, dicken Wintersachen und Bergen von Geschenken gen Norden aufgebrochen. Nie werde ich die unzähligen Lego-Packungen vergessen, die mit auf die Reise mussten.




Gut traf es sich auch alle Jahre wieder, dass der angeheiratete weißhaarige ältere Herr, welcher den Jultomte gegeben hat, meinen Kindern fast unbekannt war. Wenn ich mich jetzt daran erinnere, wie feierlich es aussah, wenn er quer durch das weiß verschneite schwedische Dorf auf unser Haus zu stapfte, wird mir ganz schwummerich beim Schreiben. Kurt ist schon lange im Jultomte-Himmel, wir werden die Zeit nie vergessen.
Eine Tradition war es außerdem zu Weihnachten, Berge von Kanelbullar zu verdrücken. Das ist nun keine typisch schwedische Weihnachtsspezialität, aber bei uns gab es sie massenhaft. Ob das nun eine Tradition der Familien Berggren und Bergström war, oder ob es sie nur wegen uns, die wir sie so mochten gab, habe ich nie herausgefunden.

Statt der vielen kleinen Kringel kann man das Ganze auch als Brot backen. Es hat ja einen brioche-ähnlichen Teig und schmeckt unglaublich, wenn es noch mit etwas Butter bestrichen wird.
Ob Ihr nun viele Schnecken oder ein Brot wie meines formt, bleibt Euch überlassen.

Die Kanelbullar sind ja, wie gesagt, keine typische Weihnachtsspezialität. Auch wenn uns Deutschen bei Zimt und Kardamom, außer in indischen Curries, immer so weihnachtlich zumute wird, die Schweden verwenden es das ganze Jahr über, auch zu Ostern.




Zutaten

500 g Mehl
1/2 Päckchen Frischhefe, ersatzweise ein Päckchen Trockenhefe
125 g weiche Butter
80 g Zucker
1-1/2 Tl frisch gemahlener Kardamom (zur allergrößten Not auch fertig gemahlenen)
3 Bio-Eier
1/2 Tl Salz
150 ml lauwarme Milch
1 Tl Vanilleextrakt (optional)

Für die Zimtfüllung:

3 El weiche Butter
3 El Zucker
1 Tl Zimt

Außerdem etwas mit Milch oder Sahne verquirltes Ei zum bestreichen, damit das Zimtbrot schön glänzt.

Zubereitung

  1. Die Milch anwärmen und die Hefe darin auflösen. 
  2. Alle trockenen Zutaten gut  vermischen, mit der Butter und den Eiern verkneten. Nach und nach, die lauwarme Hefe-Milch dazu geben und weiter kneten, bis der Teig weich-elastisch ist. Eventuell mehr Mehl hinzufügen, falls der Teig zu klebrig ist.
  3. Den fertigen Teig zugedeckt an einem warmen Ort etwa ein bis zwei Stunden gehen lassen, bis sich die Teigmenge verdoppelt hat.
  4. Den Backofen auf 200° für  die Schnecken, 180° für das Brot,  Ober/Unterhitze vorheizen
  5. Den Teig noch einmal gut durchkneten und auf einer bemehlten Fläche etwa 1 cm dick rechteckig ausrollen.
  6. Die verrührte Zimtbutter auf den Teig streichen und die Teigplatte von der langen Seite her zu einer Wurst aufrollen.
Jetzt müsst ihr Euch entscheiden, ob ihr das Brot oder viele kleine Schnecken, oder ein kleines Brot und einige Schnecken backen wollt.

Schnecken

  1. Ca. 2 cm dicke Scheiben abschneiden und diese in Cupcake Papierförmchen legen. Man kann sie auch direkt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, dann bleiben sie flach. ich persönlich mag die knubbelige Form lieber. Mit Eiermilch bestreichen, damit sie schön glänzen uns mit grobem Zucker bestreuen.
  2. 10-15 Min. Gold-braun backen.
Brot
  1. Von der Wurst zwei jeweils 4 cm dicke Scheiben (Diese Schnecken kommen später in die acht) abschneiden. Die restliche Wurst etwas in die Länge ziehen und längs bis zur Mitte einschneiden. Wie in der Abbildung eine doppelt verschlungene acht formen und in eine mit Backpapier ausgelegte oder eingefettete und bemehlte Kastenform legen. In die kreisförmigen Enden jeweils eine Schnecke legen.
  2. Mit Eiermilch bestreichen und etwa 45 Minuten backen. Zwischendurch kontrollieren, ob das Brot nicht zu dunkel wird, eventuell die Temperatur verringern.
 

Das Brot in Scheiben schneiden, die Augen schließen, abbeißen und horchen, ob man schon die Glocken des Schlittens hört!

Kommentare:

  1. Jaaa, ich höre den Schlitten nur schon beim Anblick dieser Köstlichkeit! Danke für dieses schöne Türchen.

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    1. Ich danke Dir, liebe Zorra, dass ich dabei sein durfte. Es ist ein besonderer Kalender, für den Du auch ganz großartige "Blogger-Kollegen" ausgesucht hast!

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  2. Sieht wunderschön aus!! Tolles Türchen und ich glaube, so etwas backe ich auch nächste Woche :-)

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  3. Mmmmh, das kommt auf die Liste und muss bald bald bald nachgebacken werden...

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  4. Mmmmhhhhh....das wäre was für mich ...
    Lieben Dank für das tolle Rezept!
    Britti

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  5. @ Mojobe
    @ Britti
    @ Marina
    @Pimpimella
    Ich fasse Eure lieben Kommentare mal zusammen zu : Mmmmmh lecker, wie fein!
    Danke sehr, ich freu mich.

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  6. das als Brot zu backen wäre mir nie eingefallen, dabei sieht es doch wirklich hübsch aus!

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  7. Wunderschön! Schließe mich an: Mmmmmh lecker, wie fein! :-)

    Bevor ich jobmäßig nach Shanghai bin, bin ich übrigens jahrelang regelmäßig nach Schweden gereist (da gab's dann Schweden-Impressionen auf dem Blog...) und habe mir immer als erstes ein Kanelbulle gekauft. :-)

    Inzwischen muss ich die selber backen, mache das manchmal auch (irgendwo auf dem Blog vergraben), allerdings immer als bullar, nie als bröd. Deine Version gefällt mir gut.

    Nach Neujahr geht's dann mit semlor weiter. Die lassen sich auch gut backen. :-)
    http://barbaras-spielwiese.blogspot.de/2012/02/schwedische-semlor-semla.html

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