Mittwoch, 12. Februar 2014

Jambalaya

.....and a crawfish pie and filé gumbo. Cause tonight, I'm a-gonna see my ma cher amio.
Seitdem ich das Lied in meiner Teeny-Zeit kennengelernt habe, wollte ich immer schon ein Jambalaya kochen.

Jambalaya and a crawfish pie and file gumbo

Es hat aber doch eine Weile gebraucht. Ich konnte mir lange nicht vorstellen, dass verschiedene Sorten Fleisch, scharfe Wurst und Krebse oder Garnelen zusammen in einen Topf müssen.
Als ich es dann doch probierte, gab es eine Geschmacksexplosion! .......
Das es als Comforting und satisfying beschrieben wird, kommt nicht von ungefähr. Es ist eine geballte Ladung verschiedener Aromen, die gut zu einem wunderbaren Ganzen finden.



Nun gibt es die S-Küche bald ein Jahr und es wurde Zeit, dass es das Jambalaya endlich auf den Blog geschafft hat. Das verdanken wir Bella von bellakocht, die bei Zorra vom kochtopf zu einem Kulinarischen RoadTrip durch die USA aufruft. Yeah! Klar bin ich dabei!
Da Zorra schon in New Orleans war, ist sie vielleicht schon in den Genuss der deftigen aromenreichen Südstaatenküche gekommen.


Es gibt mehrere Interpretationen für den Ursprung des Namens Jambalaya. Eine davon besagt, dass er sich ableitet von dem ursprünglich  französischen  Namen für das Gericht:  Jambon a la ya. Jambon für Schinken und Ya ist ein afrikanisches Wort für Reis. 

Jambalaya ist wohl einer der am meisten gecoverten Songs der 50er Jahre. Auf Youtube findet man mehr als 20 Versionen weltberühmter Interpreten. Hier eine meiner Lieblingsversionen:



Das gute Soulfood Jambalaya gibt es in der Creole und Cajun Version. Wem das nicht geläufig ist, hier kommt eine klitzekleine Einführung:
Beide Arten zu kochen stammen aus Louisiana und sind ähnlich, sie entstanden aus dem französischen Erbe der Siedler und aus den "neuen" in Louisiana vorkommenden  Zutaten. Ein Sprichwort lautet: "A Creole feeds a family with three Chicken and a Cajun feeds three families with one." Man sagt die creolische Küche sei "more urban", die Cajun "more country". So wird Butter in der creolischen verwendet und Öl in der Cajun. Während auch Austern und Krebse bei den Creolen auf den Tisch kommen, beschränkt sich die originale Cajun Küche auf Shrimps, Schweinefleisch und Huhn. Diese ist auch als die "One pot Kitchen" bekannt (ja ja, wer hats erfunden?), dh. die Gerichte kommen in einem Topf auf den Tisch.  Das creolische Jambalaja hat eine tomatige Basis während die Cajun Variante mit Brühe bereitet wird.
The holy trinity: Zwiebel, Staudensellerie und grüne Paprika bilden den Grundstock einer Vielzahl von Louisiana Gerichten. Dazu kommen die Cajun und Creole Spices. Die weiteren Zutaten sind sehr Variabel, häufig werden auch Reste verwendet. Man kann Rind, Schwein oder Huhn verwenden, das Jambalaja mit oder ohne Meeresfrüchte bereiten, fast immer aber gehört die  Andouille sausage dazu, die hier leider nicht erhältlich ist (wo es doch sonst in Hamburg so gut wie alles gibt). Ersetzen kann man sie am besten durch Krakauer oder Chorizo, letztere als geräucherte Variante.


Die Cajun und Creole seasonings, die Gewürzmischungen unterscheiden sich heutzutage kaum

noch. Es gibt Cajun Spices, Creole Spices sogar Cajun-Creole Spices mit sehr ähnlichen Zutaten



Wir bereiten sie natürlich selbst zu. Da man es auch fantastisch zu Gegrilltem und überhaupt verwenden kann, lohnt es sich, gleich etwas mehr anzumischen. Hier die Menge für ein kleines Schraubglas:

Zutaten Cajun Spice Mix

2 Tl Salz
1 Tl Knoblauchpulver (oder frischer, ca. 4 Zehen)
1 Tl Kreuzkümmel
1 Tl  Oregano
2,5 Tl Paprika
1 Tl  Thymian
1 Tl  schwarzer Pfeffer 
1 Tl Zwiebelpulver (oder eine Zwiebel)
1 Tl Cayenne

Wenn man nur eine kleine Menge für den sofortigen Gebrauch anmischt, verwendet man natürlich frische Zwiebeln und frischen Knoblauch. Bei größeren Mengen für den Vorrat, ist die Zwiebel- Knoblauchpulver-Variante, wie in den USA sowieso üblich, eine Option.
Wichtig ist, dass man die Gewürze dem Jambalaja hinzufügt, bevor der Reis hinzu kommt, denn er soll ja alle Aromen aufsaugen!




Klassisches Cajun Jambalaya

Zutaten für 3 Portionen

1 großes Hähnchenbrustfilet
15 Garnelen, oder Kaisergranat
20 Scheiben Chorizo, 0,5cm dick
1 grüne Paprikaschote
3 Stangen Staudensellerie
1 große, oder 2 kleine Zwiebeln
1 El Zucker
2 Knoblauchzehen
1 gehäufte Tl Cajun Spices s.o.
210 g Parboiled Reis
600 g Hühner oder Gemüsebrühe
2 Lorbeerblätter
Gehackte Petersilie und Frühlingszwiebeln
Salz/Pfeffer/Cayenne
Zubereitung



Zubereitung
  1. Die Chorizoscheiben in wenig Öl kross anbraten, Wurst beiseite legen und die gewürfelte Hähnchenbrust in dem herausgebratenen Wurstfett goldbraun braten. Hähnchen ebenfalls beiseite stellen. 
  2. Die kleingeschnittenen Zwiebeln und den Sellerie mit etwas Zucker im selben Topf hellbraun braten.
  3. Die kleingeschnittene Paprika hinzu geben und ebenfalls 5-10 Minuten Farbe annehmen lassen.
  4. Gehackten Knoblauch, die Cajun Spice Mischung den Reis, Huhn und Lorbeer hinzugeben.
  5. Die Brühe aufgießen und alles etwa 25 Minuten leicht köcheln lassen. Ab und zu umrühren und eventuell Wasser nachgießen. Wenn der Reis fast gar ist, die Chorizo und die Garnelen oder sonstige Meeresfrüchte dazu geben. Weitere 5 Minuten köcheln, bis der Reis gar ist.
Von diesem Jambalaya kann man eine sehr große Menge zubereiten, es lässt sich gut aufwärmen und gewinnt immer mehr an Geschmack. Jambalaja am 2. Tag ist die Krönung, leider ist es fast immer vorher weg!

Ich hoffe mein kleiner Exkurs in die Südstaaten hat Euch Lust auf mehr gemacht, denn als nächstes kommt ein Creolisches Gericht!



Blog-Event XVC - Kulinarischer Roadtrip durch die USA (Einsendeschluss 15. Februar 2014)

Kommentare:

  1. Liebe Simon,
    ich bin gerade über dein Jambalaya-Rezept gestolpert. Kling gut und weckt auch bei mir Erinnerungen. Ich bin jetzt sehr gespannt auf das creolische Gericht! ;-) Bei mir gab's im Rahmen der Aktion "nur" eine kleine kulinarische Reise - ohne Rezept. Das bereue ich fast, wo ich deinen Beitrag gelesen habe...
    Viele Grüße aus Köln
    Julia

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Simone,

    ich freu mich soooo-Jambalaya ist toll.
    Ich habe es zwar noch nie gekocht aber schon gegessen und das auch nicht in New Orleans sondern in Baton Rouge ;-) aber ich freu mich, das ist so ein "gute Erinnerungen"-Essen für mich!
    Besonders toll finde ich übrigens, dass du noch eine kleine Einführung in die Louisiana-Küche gibst und ich mag diesen "Zutatenüberblick"
    Also: Danke, danke, Danke!!!
    Vg bella

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das war aber auch ein tolles Event. Ich hätte gern noch mehr bereitet, wenn ich die Zeit gehabt hätte. Danke dafür Bella

      Löschen
  3. Wunderbar,
    ich habe ähnlich tolle Erinnerungen an New Orleans und habe bei Zorra/Bella deshalb ein wunderbares Rezept für ein Gumbo mit Garnelen eingereicht.

    Mit leckerem Gruß, Peter

    AntwortenLöschen
  4. Danke das endlich jemand die Unterscheidung zwischen Cajun und Creolischer Variante hervorhebt,
    fast alle Rezepte die ich bisher auf diversen Portalen gefunden habe taten das zu meiner Frustration leider nicht, und ich bin einfach ein Fan der Cajun Variante !

    Danke auch für die Geschichtliche Zusammenfassung

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Simone,

    ich würde dein Rezept gerne am Geburtstag meines Mannes in einer Paellera (Paellapfanne) zubereiten. Nun lese ich, dass die von dir angegebenen Zutaten für 3 Portionen reichen. Natürlich frage ich mich, wie groß eine Portion für dich ist, d.h. wieviel davon benötige ich für ca. 20 - 25 Personen???
    Über deine Rückmeldung freue ich mich.
    Liebe Grüße aus Ostfriesland,

    Birgit

    AntwortenLöschen