Freitag, 26. September 2014

Gedeckter Apfelkuchen mit Holunder

Der gedeckte Apfelkuchenklassiker spielt in meiner Familie eine große Rolle: Es ist der Lieblingskuchen der Kinder und darf eigentlich seit Jahren auf keinen Fall abgewandelt werden. Er muss schön apfelfruchtig und nur ganz vorsichtig nach Zimt schmecken, da führt kein Weg dran vorbei. Und er muss mit einem leicht zitronigen Zuckerguss versehen sein. Dann ist er perfekt.


Nun habe ich aber erstens einen neuen Teig, den weltbesten Tarte- und Pie-Teig für mich entdeckt und möchte zweitens unbedingt die schlichte Optik etwas aufrüschen, daher gibt es ein paar vorsichtige Veränderungen. Ich habe die Kuchendecke mit kleinen Teigblättern verziert und diese, weil mir gerade danach war, mit purpurnem Zuckerguss bemalt. Statt der bunten Blätter könnt ihr den Kuchen selbstverständlich auch schlicht weiß bezuckern oder den Guss einfach weglassen, der Teig schmeckt so gut, dass der den Guss wirklich nicht benötigt. Eigentlich - bei uns ist das ja anders!





Holunderbeeren färben die Apfelfüllung so unglaublich schön rosa bis purpur, ich liebe das. Außerhalb der Holundersaison könnt ihr die Äpfel mit anderen roten Früchten färben, Holunderbeersaft nehmen oder die Äpfel einfach pur verwenden, der Holunder kommt geschmacklich nicht durch, sondern dient nur der Färbung.

Wichtig ist mir natürlich wie immer: Es werden selbstverständlich keine synthetischen Farbstoffe verwendet!

Gedeckter Apfelkuchen


 

Für mich gibt es mehrere weltbeste Apfelkuchen: Einmal diesen gedeckten Apfelkuchen und den gedeckten in der Originalversion mit Mürbeteig und ohne Holunder. Und diese einfache aber fantastische Torta di Mele. Alle Kuchen finde ich unglaublich gut!


Gedeckter Apfelkuchen

Durch den heute verwendeten zartblättrigen Teig, wird der Apfelkuchen insgesamt sehr weich. Wird dieser PastryTeig blind gebacken, wird er kross, mit dieser Apfelfülle aber eben weicher. Wer den Teig kross und mürbe haben möchte, verwende bitte meine Originalversion des Gedeckten Apfelkuchens mit 1-2-3 Mürbeteig, damit wird der Kuchen sehr stabil. Das ist einfach Geschmacksache, manche lassen härteren Teig übrig und anderen kann es gar nicht knusprig genug sein.

 

Gedeckter Apfelkuchen

 

Wichtig ist, dass der Rand nur etwa 3 cm hochgezogen wird und die Apfelfüllung genau bis dahin aufgestrichen. Ist die Füllung zu dick, steht der Kuchen wenn er fertig ist am Rand hoch und sackt beim Anschnitt zur Mitte stark ab.

 

Gedeckter Apfelkuchen

 

Jetzt gehts aber los mit meinem Klassiker 2.0
 
Die unten angegebenen Zutaten gelten für eine 26 er Springform.  Für einen kleinen Apfelkuchen von 16 cm Durchmesser, wie der  den ich hier gebacken habe, bitte die Zutaten halbieren.


Zutaten


Teig 

Siehe: Weltbester Tarte- und Pie-Teig
Bitte die doppelte Menge, die die in obigem Link für eine 20er Springform angegeben ist, für einen Apfelkuchen von 26cm Durchmesser verwenden, die einfache Menge aus dem Link für einen 16 cm Apfelkuchen, wir benötigen hier ja Teig für die Decke und die Verzierung extra. Für diesen Kuchen wird nur der Boden vorgebacken, er wird dadurch stabiler. Der Rand wird mit der Fülle zusammen gebacken. Ihn kann man hier nicht vorbacken, er würde ohne Füllung sofort heruntersacken. Bei der Tarte-Hülle aus dem Link hält er, weil er oben am Springformrand verankert wird. Dieser Apfelkuchen ist aber wesentlich flacher.
Ich forme den Teig immer wenige cm dick in die Kuchenformen, der überschüssige Teig kann für Verzierungen verwendet werden oder ihr backt noch kleine Tartelettes. Also bitte nicht auf Teufel komm raus den ganzen Teig für den Kuchen verwenden, falls ihr etwas Teig übrig habt.

Apfelfüllung

6-8 große Boscop
100 ml guter Apfelsaft 
Saft einer halben Zitrone
2 Messerspitzen Zimt
100 g Zucker (oder nach Geschmack)
1 TL Vanilleextrakt
1 Messerspitze Kardamom
1 Handvoll Holunderbeeren
ersatzweise andere rote Früchte, oder etwas Holundersirup oder Saft

50-100 g Puderzucker, fein gesiebt
heißes Wasser oder Holundersaft
1-2 Tl Zitronensaft
alternativ einen Eggwash aus Eigelb und Milch aufstreichen


Gedeckter Apfelkuchen



Zubereitung
  1. Für die Apfelfüllung die Äpfel, geschält und klein geschnitten, mit Zitronensaft, dem Zucker und dem Apfelsaft ca. 10 Minuten ohne Deckel weich dünsten. Am Ende einige Holunderbeeren für eine Minute mitkochen lassen. Mit dem Zimt, Kardamom und Vanilleextrakt abschmecken und auf einem Sieb abtropfen lassen, sollte noch Flüssigkeit enthalten sein.
  2. Den Ofen vorheizen auf 185 Grad Ober/Unterhitze
  3. Den Teig nach Anweisung bereiten und nachdem er im Kühlschrank war, auf einer bemehlten Fläche rund ausrollen. Einen Kreis in der Größe der Kuchenform ausschneiden und in die mit Backpapier ausgelegte und am Rand eingefettete Form bugsieren. Den Teig schön gleichmäßig andrücken.
  4. Den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen und mit etwas Backpapier und Hülsenfrüchten etwa 10 Minuten blind backen, Papier und Hülsenfrüchte entfernen und weitere 10 Minuten backen. Die Form muss völlig abgekühlt sein, bevor man den Rand arbeitet. Aus dem restlichen Teig den 3 cm hohen Rand und Verzierungen schneiden
  5. Einen zugeschnittenen Teigstreifen schön gleichmäßig mit dem Boden abschließend, in die Form bringen.
  6. Das abgekühlte Kompott in die Form gießen und oben  gleichmäßig glatt streichen.
  7. Die Teigdecke auf das Kompott legen am Rand gut abschließen lassen und vorsichtig andrücken. Verzierungen auflegen, eventuell den Eggwash aufstreichen und den Kuchen etwa 40 Minuten goldbraun backen. Gar ist er dann auf alle Fälle, der Teig sollte halt schön kross aber nicht dunkel werden.
  8. Den Kuchen auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.
  9. Den völlig erkalteten Kuchen nach Wunsch und farbig oder schlicht weiß mit Puderzucker verzieren.

Gedeckter Apfelkuchen



Der gute alte gedeckte Apfelkuchen ist völlig zu Unrecht etwas aus der Mode geraten. Backt ihn bitte nach und verhelft ihm zu neuem Auftritt!



Backt es euch bunt,

Simone

Kommentare:

  1. Sieht wirklich sehr hübsch aus und geschmeckt hat er bestimmt noch besser :)

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  2. Wow, der sieht ja wunderschön und total lecker aus! Das Ahornblatt ist total super, so einen Ausstecher muss ich mir auch unbedingt besorgen <3

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  3. Der Kuchen ist wirklich super schön geworden und klingt richtig verlockend! Ich muss aber gestehen, dass er mir ohen Zuckerguss etwas besser gefällt :)

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    1. Ich möchte ihn jedes Mal aufs Neue ohne Guss machen, dann kommt der Sohn in die Küche und sagt als erstes: "Der Guss kommt aber noch drauf!"

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  4. So ein schöner Kuchen! Hier ist die Holunder-Ernte leider schon so gut wie durch, aber ich merke mir das Rezept für die nächste Saison.

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    1. Es funktioniert auch hervorragend mit gefrorenen Blaubeeren Claudia.

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  5. Der Kuchen sieht fabelhaft aus. Die leichten Rosatöne - himmlisch. Und auch sonst hast du den Kuchen und das Drumherum farblich sehr schön hergerichtet.

    Liebe Grüße,
    Juliane

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  6. Sehr schön sieht der Kuchen aus! Und die Bilder davon! Wow!
    Lg Lara

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  7. Sieht so hübsch aus Dein Küchlein...Ich bin ganz verliebt in das wunderschöne Bild von oben :-)!
    Liebste Grüße,
    Sarah

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  8. WOW! Der Kuchen sieht ja Grandios aus. Wie hat er geschmeckt? So gut wie er aussieht?

    Gruß
    Joe

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  9. Sieht sehr schön und lecker aus. Ich würde gern wissen, wozu macht man da Hülsenfrüchte drauf und welche am besten?
    Lieben Dank
    Christel

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    1. Die Hülsenfrüchte beschweren den Teig und lassen ihn gleichmäßig werden. Ich nehme, was ich im Haus habe alles von Bohnen bis Linsen.

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  10. Was würde ich jetzt für ein Stückchen davon geben... es geht einfach NIX über gedeckten Apfelkuchen mit ordentlich Zuckerguss drauf! :)

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    1. Da gehst du ja mit meiner Family konform ;-)

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