Mittwoch, 21. Oktober 2015

5 Chia Pudding Variationen und Wissenswertes rund um die kleinen Körnchen

Chia-Frühstück  - Wie super ist mein Food?


Heute geht es um die hippen, braunen oder weißen, winzigkleinen Körnchen. Wie gesund sie wirklich sind, welche Eigenschaften sie haben und wie man sie verwenden kann.


Was steckt nun drin in den Samen?
Das lasse ich mir lieber von relativ neutralen  Untersuchungen vorrechnen als von sogenannten "Gesundheitsseiten" im Netz, denen mehr am Profit als an tatsächlich vernünftiger Ernährung gelegen ist. Der Profit sei ihnen natürlich gegönnt, ich lasse mich aber ungern für dumm verkaufen, wenn es um die angeblichen "Superkräfte" neuer (alter) Lebensmittel und abstruse Diät-Ideen geht, an denen es zur Zeit ja wirklich nicht mangelt.
Der Artikel über Chia Samen im Spiegel bringt für mich auf den Punkt, was ich auch schon andernorts gelesen habe und unterstreicht meine Meinung über die angeblichen und tatsächlichen Wunderkräfte von Superfoods.



Chia Samen sind eine der reichhaltigsten Quellen für die essenziellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, haben einen sehr hohen Proteingehalt von etwa 20%, liefern eine Reihe verdauungsfördernder Ballaststoffe und sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Das sind aber andere Lebensmittel, denen das Word Super vor den Foods  fehlt auch.
Chia, obwohl eine sehr alte Saat, gilt wie andere Wiederentdeckungen als Novelfood. Erst 2013 stimmte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einem Import der reinen Chia-Samen als Lebensmittel zu und drosselte die tägliche Verzehrempfehlung auf maximal 15 Gramm, was in etwa einem reichlichen Esslöffel entspricht.

Der Münchner Ernährungsmediziner Hauner beschreibt die Datenlage für aussagekräftigen gesundheitlichen Nutzen der Chia Samen als noch zu dünn um allgemeingültige Gesundheitseffekte ableiten zu können. Also keinen Chia essen? 
Natürlich, ich liebe, wie schon häufig beschrieben, seine tollen Quelleigenschaften und nehme ihn als ein gesundes Lebensmittel wie so einige andere andere auch. Freue mich über seine positiven Eigenschaften ohne Wunder zu erwarten. Die gibt es zwar bekanntlich immer wieder, selten aber in Frühstücksschüsseln.

Die Quelleigenschaften der Samen sind aber beachtlich. Chia verwandelt Milch, ob vegan oder tierisch, Fruchtsäfte und andere Flüssigkeiten in löffelbare Speisen, die je nach Chiagehalt von dickflüssig bis beinahe stichfest mischbar sind. Die täglich empfohlene Verzehrempfehlung von 15 g wird damit pro Portion locker verdoppelt, aber man isst es einfach nicht täglich und so passt es wieder. Ich verwende die kleinen Körnchen fast ausschließlich in Breakfast Bowls eben wegen ihrer Quelleigenschaften und finde es persönlich sinnfrei sie zu verbacken, weil sie in Backwerken keinerlei Nutzen haben sondern nur ergänzend eingesetzt werden können. Sie sind ja mehr oder weniger geschmacksneutral und sind noch nicht einmal für den Knuspereffekt zu haben, weil sie dafür zu klein sind. So, und jetzt wird gerührt und gequollen:


Für meinen zweifarbigen Chiapudding habe ich einer Hälfte der Milch einen Löffel Kakao hinzugefügt. Ich verwende auf etwa 150 ml Flüssigkeit, was für mich einer guten Portion entspricht, 2 gehäufte Esslöffel Chia Samen*. Wie gesagt, es ist die doppelte empfohlene Tagesmenge, anders lässt sich ein Pudding aber nicht herstellen, oder die Menge ist so gering, dass das Glas nur halb voll würde. Ich esse Chia aber tatsächlich nur alle paar Tage mal und habe nur für diesen Beitrag häufiger aufgetischt.
Chia sollte in Milch und Saft  häufiger umgerührt werden, bis man es zum Quellen wegstellt, weil es sonst sehr leicht klumpt. Bereits nach einer Stunde sind die Samen etwas gequollen, die besten Ergebnisse erzielt man aber über Nacht oder gar nach 24 Stunden.
Oben auf meinen Chia Pudding kommt Himbeerkompott aus dem Vorrat und gefrorene Beeren aus dem Tiefkühler. Die sind im Nu aufgetaut und prima essbar. 



Hier habe ich dicken Cranberrysaft, welcher bei meinem letztens gekochten Cranberrykompott  für ein Dessert entstand, zusätzlich zu Naturjoghurt mit dem Chia verrührt. Welche Sorte Saft oder Sirup ihr verwendet beleibt euch überlassen, es funktioniert ja mit allen, färbt aber nur mit wirklich farbinternsiven die ganze Speise. Dazu gibt es pochierte Birne, ebenfalls von meinem letzten Dessert- Beitrag. Damit ihr noch einmal seht, was es gab und für diejenigen, die Lust auf nicht ganz so Kalorienarmes haben: Topfenknödel mit Mohnbutter und Birnen-Cranberry Kompott

In Joghurt braucht man den Chia übrigens nicht ganz so gründlich einzurühren, er verteilt sich beinahe von allein.


Weißer Chia hat dieselben Eigenschaften wie dunkler, kann also genauso verwendet werden. Hier mit Vanillemilch (Vollmilch oder auch Mandelmilch mit gemahlenerVanille, oder ein paar Tropfen Vanilleextrakt), Chai Granola, Walnüssen und etwas Blaubeersaft. Das unglaublich leckere Chai Granola wird so schnell wie es geht gebloggt.



Der Zungenbrecher Chai Chocolate Chia Pudding schmeckt verboten lecker und ist blitzschnell gemacht. Was man dafür braucht sind abgesehen von einem Löffel Kakao pro Person etwa 2 Prisen Chai Gewürzmischung. Und zwar nicht irgendeine sondern diese so enorm leckere: Chai Gewürzmischung
Dazu gibt es Bananen, gepufften Amaranth und gehackte Pistazien, die angeröstet nochmal so gut schmecken.



 Da Chia eigentlich nach nichts schmeckt und es auch in Milch eingerührt eine ganz fade Angelegenheit ist, manche rühren es in Wasser und mich schüttelts geradezu bei dem Gedanken, empfiehlt es sich noch weitere Aromen hinzuzufügen. Hier gibt es selbstgemachte Mandelmilch (alternativ die gekaufte) in die ich noch mit dem Blender "gemahlene" Aprikosenkerne gerührt habe.
 So schmeckt es wie Marzipan nur eben ohne Zucker - ganz köstlich! Alternativ zu den Süßen Aprikosenkernen könnte man gemahlene Mandeln verwenden. Aber versucht mal die Aprikosenkerne, sie sind nicht ganz günstig, man verwendet aber nur sehr wenig auf einmal und erhält ein sehr intensives Marzipanaroma. Die Kerne werden in der orientalischen Küche für Persipan verwendet.
Dazu gibt es Clementinen Smoothie, der von selbst geliert und ein paar Ofengeröstete Pflaumen




Damit ihr auch mal seht, wie es bei mir häufig ausschaut, ein Off Take aus Blüten, Blättern und sonstigem Kram, der messemäßig herumliegt. Aber es gibt schließlich auch weniger dekorative Unordnung, oder?

 Macht es euch gesund und gemütlich,

Simone



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