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Dienstag, 4. April 2017

Ragù alla Bolognese

Ragù alla Bolognese

Heute gibt es ein langsam geschmortes, geradezu unglaublich gutes Ragù alla Bolognese mit drei Sorten Fleisch.
Mein liebstes Gericht mit Hack? Ein grandioses Ragù alla Bolognese! Mit großem Abstand, gefolgt von... hm, ich sehe schon wieder die Bolo vor mir. 
Herrlich intensiv duftend, sämig, rot-braun glänzend mit einem Aroma zum Niederknien. Wenn ich Lust auf Hack habe, dann fällt mir immer eine Bolognese ein, dann erst kommt der Burger oder eine sehr gute Bulette. 

Ragù alla Bolognese

Dieser Post entsteht im Rahmen einer großen Bloggerrunde: All you need is Hack! finden mehr als 30 blogger und heute um 8.00 Uhr gehen zeitgleich alle Beiträge online. Die Idee zu dieser tollen Aktion hatten Steph vom Kula und Sonja von Zauberhaftes Küchenvergnügen und ihr könnt euch durch die lange Liste von Blogs schlängeln und bekommt einen Haufen toller Hackrezepte. 

Ich hätte nun irgendein fancy Hackgericht posten können, etwas Exotisches, etwas Seltenes, eine irre Idee oder den neuesten heißen Schrei. Und was mach ich? Ich poste eine Bolo.
Aber natürlich nicht irgendeine, sondern ein traditionelles Ragù aus Bologna, dass eben so gar nichts mit der Tomatenpampe zu tun hat, die ja alle kennen.

Ragù alla Bolognese


Man könnte nun meinen, ich wäre reichlich spät dran mit meinem Ragù, wo doch beinahe jeder Blog, der auf sich zählt ein gutes Ragù im Angebot hat, das entweder nach Marcella Hazan oder einer anderen traditionsreichen Institution geschmort  oder selbst optimiert wurde und das eigentlich jeder weiß, wie man eine gute Bolo hin bekommt. 
Und das glaube ich eben nicht! Die meisten Leute meinen nach wie vor, eine gute  Bolognese wäre eine leckere Tomatensauce mit Hack, statt einer guten Menge sehr lange geschmorten Fleisches an dem gerade mal eine handvoll Tomaten vorbei gelaufen sind. 
Deswegen gib es bei mir heute eine ganz schlichte und einfache Bolo, die so umwerfend schmeckt, dass es sie bei uns schon seit 3 Tagen zu essen gibt und wir uns schon wieder mächtig auf die morgige und letzte Portion freuen.

Ragù alla Bolognese

Wer sich auf die Suche nach dem Originalrezept für ein Bologneser Ragù begibt, wird schnell feststellen, dass es das eine nicht gibt. War ja schon klar, oder? 
Ich habe aber festgestellt, dass es hier zwei Lager gibt. Zwei Lehren sozusagen, nach denen die beste Bolo gern gekocht, oder besser geschmort wird. Zum einen die Version von Marcella Hazan, nach der außer Rinder- oder auch Schweinehack, Gemüse, Milch, Weißwein, Tomaten, Pfeffer, Salz und Muskat kaum etwas in die Bolo gelangt und auf der anderen Seite die 3 Fleischsorten-Fraktion. Die einen schwören auf Hühnerleber, die anderen auf Schwein und  Lamm zu Rindfleisch, welches ein unerhörtes Aroma geben soll.  Dazwischen gibt es unzählige Varianten, wie auch die in Stein gemeißelte der Accademia Italiana della Cucina

Eins haben die besten Rezepte gemein: ein Ragù alla Bolognese braucht Zeit. 4-5 Stunden wird geschmort und es ist jede Minute wert, weil sich ein ganz unerhörter Geschmack entfaltet, den man so schnell nicht vergisst. 
Und so geht meine Bolo: Ich koche nach Marcella Hazan, ich gebe Milch aber keine Kräuter an die Bolo. Nicht einmal Knoblauch - ganz pur und doch so unübertroffen gut. Ich verwende Schwein, Lamm und Rindfleisch (die drei zusammen geben Wumms!). Eigentlich bin ich kein großer Fan von Lamm, hier in der Bolo bringt es aber meine Geschmacksknospen zum tanzen. Schwein kommt in Form von Pancetta an die Bolo - alles zusammen ist göttlich!
Bei Uwe von Highfoodality fand die geniale Idee, den Bräter im Backofen zu stellen, dann ist man auf der sicheren Seite und kann während die Bolo gart auch mal um den Block gehen - der Bolo geht es immer gleichbleibend gut.

Ragù alla Bolognese

Man muss das Fleisch für ein gute Ragù übrigens nicht wolfen. In Würfel geschnitten zerfällt das Fleisch beinahe von allein nachdem es 4 oder 5 Stunden geschmort wurde. Es wird nur noch mit einer Gabel auseinander gezupft. Ich finde es aber sehr charmant, nach Ende des Garvorgangs auch fertig mit dem Gericht zu sein und davon mal abgesehen, heißt dieses Event ja All you need is Hack und nicht All you need is Fleischwürfel. 

Ragù alla Bolognese
Erst in den Topf und dann ab in den Ofen

Und nu geht`s los:

Die unten genannte Menge reicht etwa für 6 Portionen. Es ist überaus ratsam, die Menge zu verdoppeln - die Zeit ist die gleiche und man isst es sonst einfach zu schnell auf.

Zutaten

200 g Pancetta
300 g Lammfleisch
800 g Rinderbratenstück, (z.B. Hochrippe) 
2 Zwiebeln
3 Karotten 
4 Stangen Sellerie
250 ml Vollmilch
180 ml Weißwein
800 ml Pomodori Pelati ( z.B. von Mutti)
600 ml Brühe
2 El Butterschmalz oder Öl
Pfeffer, Salz, 1 Tl Zucker
frisch geriebener Muskat
ofentauglicher Bräter mit Deckel


Zubereitung

  1. Das Fleisch grob wolfen, wer mag, schneidet es in 2x2 cm große Würfel.
  2. Panchetta würfeln, in einer geeigneten Pfanne ausbraten,  Panchetta entfernen. 
  3. Fleisch in mehreren Portionen in dem Panchettafett krümelig braten, bis es gerade eben Farbe annimmt, eventuell noch etwas Fett hinzugeben.
  4. Zwiebeln schälen und fein würfeln, Möhren und Staudensellerie erst in feine Streifen dann en brunoise würfeln. 
  5. Zwiebeln in 1 El Butterschmalz oder Öl glasig dünsten, Gemüse hinzufügen und mitdünsten.
  6. Fleisch und Panchetta hinzufügen.
  7. Milch hinzugießen und rührend ganz verkochen lassen.
  8. Wein hinzufügen und ebenfalls verkochen lassen. Tomaten und Brühe zugießen.
  9. Backofen auf 140°C stellen und den Bräter geschlossen 5 Stunden in den Backofen geben. 
  10. Nach dem Garen eventuell etwas Brühe zugießen, falls das Ragù zu trocken ist, ich hatte reichlich Flüssigkeit und habe noch etwas eingekocht. Mit Pfeffer, Salz, Zucker und einer ordentlichen Prise Muskat abschmecken.  
Wahrscheinlich wird euch der Duft des Ragùs beinahe um den Verstand bringen. Wer es gar nicht aushalten kann, isst schon ein wenig davon, wer vernünftig ist, isst erst am nächsten Tag, dann schmeckt es noch intensiver.

Ragù alla Bolognese

Fix Tagliatelle dazu gekocht, reichlich guten Parmesan gerieben oder gehobelt und dann Augen zu und genießen!

Ciao e a presto, 

Simone

Hier geht es zu den Rezepten aller Teilnehmer. Schaut unbedingt rein, es sind ein paar Knaller dabei.

  1. Bake to the Roots - Fladenbrot mit Hackfleisch
  2. Gernekochen - Filet Americain
  3. Kleiner Kuriositätenladen - Meatball Subs
  4. Lebkuchennest - Beef Bowl
  5. Experimente aus meiner Küche - Überbackene Lasagnerolle
  6. happy plate - Kalbsbouletten
  7. Cuisine Violette - Albóndigas en salsa
  8. danielas foodblog - Lammhack-Bällchen auf Süßkartoffel-Rösti mit Minz-Dip
  9. BackIna - Tagliatelle mit Minz-Hackbällchen
  10. Schnin’s Kitchen - Hackbällchen Toscana
  11. USA kulinarisch - Taco Cups
  12. Raspberrysue - Italienische Hackbällchen mit Mozzarella-Füllung
  13. Jankes*Soulfood - Bolognese-Crespelle
  14. Paprika meets Kardamom - Hackbällchen in Letscho
  15. Cookie und Co -  Spaghetti-Pizza
  16. S-Küche - Ragù alla Bolognese
  17. Pottgewächs - Kritharaki Salat mit grünem Spargel
  18. The Apricot Lady - Gemüsepfanne mit Fleischbällchen
  19. Küchenliebelei - Zucchini-Apfel-Rosen mit Rinderhack
  20. Was du nicht kennst…- Rigatoni al forno
  21. Zauberhaftes Küchenvergnügen - mediterraner Hackbraten
  22. Kleines Kulinarium - Köttbullar - ein schwedischer Klassiker
  23. Münchner Küche - Spaghetti Bolognese - Mein original Familienrezept
  24. Ofengeflüster - Hackfleisch-Brötchen-Sonne
  25. Karambakarina’s Welt - Chili Cheese Fries
  26. IRRE KOCHEN - Udon Nudelsuppe - scharfes Hackfleisch
  27. Cakes, Cookies and more - Hackfleischmuffins mit Kartoffelhaube
  28. Dynamite Cakes - Fruchtigwürzige Hackfleisch-Pastete mit Game of Thrones
  29. Haut Gôut – Tatar vom Reh 
  30. moey’s kitchen - Schwedische Köttbullar
  31. Stylish Living - Weltbestes Moussaka mit Auberginen
  32. Geschmeidige Köstlichkeiten  
  33. LanisLeckerEcke - Yoghurtlu Eriste
  34. lecker macht laune - Hackfleisch-Spinat-Quiche
  35. Allerbester Kram - Beeftea
  36. Amor&Kartoffelsack - Big Mac Pizza






Kommentare:

  1. I'm in heaven! Bolo geht ja tatsächlich irgendwie immer. Und deine sieht so unfassbar gut aus! Ich bin ja auch Marcella-Fan und schwöre auf die Zubereitung mit Milch. Was ich aber unbedingt mal machen muss, ist die Zubereitung im Ofen im Bräter. Großartig!

    LG Maja

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  2. Genau - je länger die Bolo schmurgelt, desto besser. Inzwischen packe ich die nach dem Anbraten sogar über Nacht in den Slowcooker ;-)

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  3. Dein Rezept hört sich traumhaft an und ich werde es unbedingt ausprobieren. Ich ziehe ein schönes Ragu jedem fancy Gericht vor!

    Liebe Grüsse
    Tamara

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  4. Das Rezept sieht traumhaft aus und hört sich total super an!!!!

    Liebe Grüße,
    Froilein Pink

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  5. Bolo geht immer! UNd wenn es dann noch so lecker aussieht bei dir, könnte man sogar darin baden :D... Tolles Rezept!

    Fühl dich gedrückt
    Katti

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  6. Das hört sich superlecker an und ich bin sicher, dass sich die Wartezeit lohnt!

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  7. Zum Glück kann man so einen Sugo auch ohne Nudeln essen ;-) Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

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  8. Da könnte ich jetzt ein Vollbad drin nehmen x3 Darf ich mit der Pasta tauschen?

    Liebe Grüße aus dem Lebkuchennest
    Bella

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  9. Liebe Simone, das ist ja ein Traum! Und ich hab noch nicht gefrühstückt...wenn ich könnte, wäre ich jetzt sofort mit einem großen Schüsselchen bei dir und würde eine große Portion habe wollen :D Aber ich kann mir vorstellen, dass die Bolo schon längst weg ist. Muss ich wohl woanders ein deftiges Frühstück suchen. Vielleicht mit Mett? Danke für das tolle Rezept! Liebe Grüße, Carina

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  10. Hach, so eine schöne Bolo :-)

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  11. In Sachen Bolo habe ich auch schon manches probiert, diese Liste werde ich demnächst um eine Version mit Weißwein und Milch ergänzen. Ganz tolles Rezept, vielen Dank dafür, liebe Simone.

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  12. In Sachen Bolo habe ich auch schon manches probiert, diese Liste werde ich demnächst um eine Version mit Weißwein und Milch ergänzen. Ganz tolles Rezept, vielen Dank dafür, liebe Simone.

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  13. Weißweinbolo ist wirklich etwas ganz furchtbar leckeres. Es gibt so tolle Bolognese Varianten, man kommt gar nicht dazu, alle nachzukochen :) Deine Ofenvariante ist aber wirklich spannend, das probiere ich aus :)

    Viele Grüße

    Jasmin

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  14. Mhhhhh, stundenlang gekochtes Ragu ist ein Gedicht. So sieht deines auch aus :)
    Liebe Grüße,
    Ines

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Hallo, ich bin Simone, wie schön, dass Ihr hergefunden habt. S-Küche ist mein Foodblog über frische Ideen, kreative Rezepte und gutes Essen.
Was euch hier erwartet: Selbstentwickelte Rezepte, ganz selten Nachgekochte, die aus dem einen oder anderen Grund auf diesem Blog landen.

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