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Sonntag, 12. November 2017

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma - Ofengebackener Kürbis mit Parmaschinken

(Werbung für Prosciutto di Parma)

Von allen Schinken der Welt ist mir der Parmaschinken einer der liebsten. Sein milder und doch so aromatischer Geschmack und seine seidige Konsistenz machen mich wahnsinnig an.
Wenn man dann gefragt wird, ob man im allerschönsten Spätsommer gern eine Pressereise ins wundervolle Parma zum Festival del Prosciutto di Parma machen möchte, steht der Koffer 2 Minuten später gepackt an der Tür.
Heute erzähle ich euch von einem Spätsommerwochenende in Parma, warum Parmaschiken so besonders gut ist, wieviel Wissen und Aufwand hinter diesem Ausnahmeprodukt steckt und zeige euch ein Rezept für eine besonders leckere Parmaschinken-Vorspeise, mal ohne Feige und Melone. 

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Parmaschinken ist wegen seines einzigartigen Geschmacks weltweit begehrt. Für seine fast beispiellose Erfolgsgeschichte ist maßgeblich das Consorzio del Prosciutto di Parma verantwortlich. Der Verband schützt die norditalienische Köstlichkeit nämlich seit über 50 Jahren und achtet darauf, dass die Statuten zur Herkunft und Rasse der Schweine sowie die Auflagen der Herstellung streng eingehalten werden.

Bester Parmaschinken braucht nicht viel: Salz, Luft, viel Zeit und einen Maestro Salatore der sein Handwerk beherrscht und das nötige Fingerspitzengefühl durch jahrelange Erfahrung angeeignet hat. Denn gesalzen wird tatsächlich per Hand.

Erst die richtige Menge Salz, die richtige Technik und das richtige Timing machen aus der frischen Schweinekeule einen echten Prosciutto di Parma. Er braucht nur genau soviel Salz, wie für das Konservieren notwendig ist und wird so ganz zart und mild - dolce nennen es die Italiener. 
Der gesalzene Parmschinken reift mindestens 12 Monate - Lufttrocknung braucht ihre Zeit. Und die braucht wiederum den richtigen Ort.

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Die Region um Parma ist ein Paradies für luftgetrocknete Spezialitäten. Die Luft ist samtweich, das Klima stabil und die Durchschnittstemperatur optimal für eine lange Reifezeit.

Parmaschinken kommt also tatsächlich ausschließlich aus der Region Parma. Nur hier darf er laut EU-Gesetz hergestellt, geschnitten und verpackt werden. Die kühlen, trockenen Winde, die über den Apennin einströmen, sind für die langsame Lufttrocknung der Schinken enorm wichtig und tragen maßgeblich zum milden Geschmack bei, machen den Schinken eben dolce.

Im Gegensatz zu anderen Schinken, bei denen die Schweine beinahe von überall herkommen dürfen, müssen die Tiere für den Parmaschinken aus zehn Regionen Nord- und Mittelitaliens stammen: Emilia-Romagna, Venetien, Lombardei, Piemont, Molise, Umbrien, Toskana, Marken, Abruzzen und Latium. Es werden ausschließlich die Hinterkeulen von Rassen mit besonders langen Beinen verwendet und die Schweine müssen mindestens 9 Monate alt und 140 kg schwer sein.

Nur wenn von der  Geburt der Ferkel bis zum fertigen Schinken, alle Regularien
gewissenhaft befolgt werden, erhält der jeweilige Parmaschinken das Gütesiegel des Consorzio del Prosciutto di Parma: die fünfzackige Krone.
Ich liebe den Parmaschinken nicht allein wegen seines Geschmacks, sondern weil er ein gutes, ehrliches Produkt mit Herkunft ist.

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Paolo Tanara aus Langhirano hat einen guten Grund freundlich zu lächeln, denn ihm gehört hier jeder einzelne Schinken in der Produktion. Er führt unsere gemischte holländisch-britisch-irisch-deutsche Truppe durch sein Reich und informiert umfassend mit berechtigtem aber zurückhaltendem Stolz. 

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma


Anhand der Stempel kann der Fachmann sehen, ob die Schweine in der Region aufgewachsen sind und alles mit rechten Dingen zugeht. Erst am Ende des langen Reifeprozesses gibt es die berühmte Krone, das offizielle Gütesiegel des Konsortiums.

Gefüttert werden die Schweine für die Schinken mit Mais, Gerste und Molke aus der Parmesankäse-
Produktion - so greift eins ins andere.
Die Ebene von Parma war schon ewig der bevorzugte Ort für die Rinder und Schweinezucht. Nicht von ungefähr stammen also nicht nur der Parmaschinken sondern auch der nicht minder gute Parmesan aus dieser Gegend. Und wo es Käse gibt, ist die Butter nicht weit - aus diesem Grund wird in Norditalien eben traditionell mit Butter gekocht. Wir Deutschen haben den Weißwurstäquator, die Italiener ihre Olivenöl-Buttergrenze.

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Jeweils im Spätsommer findet in Parma und Umgebung das Festival del Prosciutto di Parma statt.
Zu der Zeit dreht sich wirklich alles um den Schinken und seine Liebhaber kommen voll auf ihre Kosten.
Dann kann die luftgetrocknete Schinkenspezialität an vielen Stellen und in vielen Orten verkostet werden.
Zahlreiche Restaurants bieten spezielle Menüs rund um den Parmaschinken. Häufig gibt es als Vorspeise auch einfach nur hauchfein geschnittenen Parmaschinken. Dagegen spricht auch überhaupt nichts, er wird überreichlich auf die Teller gehäuft und schmeckt mir so pur ganz besonders gut. Die Portion auf dem unteren Bild war für 2 Personen - nur mal so als Anhaltswert. Die Italiener tischten mit Liebe auf, sie sind stolz auf ihre Produkte und das mit Recht.

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma
Nase platt drücken an den verführerischen Schaufenstern gehört dazu

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Wenn immer ihr es einrichten könnt, gönnt euch ein Wochenende in Parma - möglichst natürlich im Spätsommer. Parma ist einfach wunderschön und sehr geschichtsträchtig.
Wie in vielen Städten, die es im Mittelalter zu Wohlstand und Bedeutung gebracht haben, besitzt Parma eine wunderschöne und sehr weitläufige Altstadt. Gönnt euch eine gute Führung und lasst euch  zeigen und erzählen, was es hier alles zu sehen gibt.
Abends berauscht nicht der gute Wein allein, sondern das lebhafte Treiben in lauen Nächten. La dolce vita mal eben über´s Wochenende - herrlich!

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Spätsommerglück auf dem Festival del Prosciutto di Parma

Mit dem wunderbaren Parmaschinken kann man so allerlei anstellen. Eine großartige Inspirationsquelle für Rezepte aller Art rund um den Schinken findet ihr hier: prosciuttodiparma.com
Von dort stammt auch dieses leicht veränderte Rezept für ofengebackenen Kürbis mit Parmaschinken. Ich habe dieses ausgesucht, weil es toll in den Herbst passt und der Schinken in seiner ursprünglichen Art erhalten bleibt - luftgetrocknet und seidenweich, so mag ich ihn am liebsten.

Rezept für ofengebackenen Kürbis mit Parmaschinken


Ofengebackener Kürbis mit Parmaschinken 

4 Portionen
Zubereitungszeit: 60 Minuten

Zutaten

400 g Hokkaido, am liebsten mehrere Mini-Hokkaido
4 El Nussöl oder neutrales Öl
2 El flüssiger Honig
1Tl Zucker
6 Zweige frischer Thymian
2 Prisen Chiliflocken
1/2 Tl Paprika
Salz, schwarzer Pfeffer
8 Scheiben Parmaschinken
1 Handvoll Kürbiskerne


Zubereitung
Backofen auf 190° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Kürbis schälen, halbieren entkernen und in schmale Spalten schneiden. 
Kürbisscheiben in einen Bräter geben. Öl, Honig, Zucker und Thymianblätter mischen und die Kürbisscheiben damit vollständig bedecken. Mit Chili-Flocken und Paprika bestreuen und mit Folie bedecken.
Den Bräter für 30 Minuten in den Ofen geben. Folie entfernen und Kürbisscheiben weitere 20 Minuten braten lassen, bis die Sauce karamellisiert ist. Während des Bratens Kürbisscheiben regelmäßig mit Sauce beträufeln.
Kürbiskerne in einigen tropfen Öl anrösten.
Kürbis aus dem Ofen nehmen. Auf Tellern verteilen und den Parmaschinken schön dazu drapieren, knusprige Kürbiskerne und karamellisierte Sauce darüber geben und sofort servieren.

Rezept für ofengebackenen Kürbis mit Parmaschinken
Macht euch einen goldenen Herbst und träumt vielleicht ein wenig von warmen Sommerabenden in Italien,

Simone





Ich wurde zu dieser Pressereise vom Consorzio del Prosciutto di Parma  eingeladen. 
Besonderer Dank geht an H+P Public Relations für die sympathische Reisebegleitung.




1 Kommentar:

  1. Italien hat so schöne Städte! Und so tolle Produkte! Das war bestimmt ein wunderschönes Erlebnis, durch die Stadt zu schlendern und den Schinken zu verkosten. Auch wenn's nur ein Wochenende war, eine große Erfahrung war's sicher.

    Zu Kürbis schmeckt Parmaschinken super, schönes Rezept!

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Hier schreibe ich über Kochen, Reisen und Genießen, teile mit euch frische Ideen, kreative Rezepte und meine Leidenschaft für gutes Essen.

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