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Liebeskuchen mit Rosen und Pistazien – Love Cake nach Ottolenghi und Goh

Liebeskuchen mit Rosen und Pistazien  - Love Cake nach Ottolenghi und Goh

Pikantes, Herzhaftes, Mediterranes, Orientalisch-Gesundes kennt man von Ottolenghi – ich habe mich nach einem fantastischen Lunch in London Spitalfields noch einmal auf die überquellende Süßigkeiten Auslage gestürzt und genügend zum Vernaschen in unserem kuscheligen Hotel eingepackt.

Mit dabei war ein sehr saftiger Grießkuchen mit Pistazien und kandierten Rosenblüten und als ich ihn in dem zu der Zeit neuen Buch  SWEET* wiederentdeckte, war klar, dass ich genau den Kuchen als Erstes nachbacken würde.
Es ist ein verführerisch süßer, schwerer und eben sehr saftiger Pistazien-Grießkuchen mit einem kaum wahrnehmbaren Rosenaroma. Eine tolle Versuchung, besonders in den winterlichen fruchtarmen Zeiten und beglückend gut. 
Der Kuchen ist süß, aber hey, das macht ihn aus. Die Pistazien tun ihr Übriges um ihn nicht zu einer schlanken Geschichte zu machen und es reichen kleine Stücke um befriedigt zu werden. 
Ein Love Cake kann eben nicht verführen, wenn er zuckerfrei, vergan mit Vollwertmehl gebacken wird, er setzt alles ein, was es an guten Sachen gibt und die Rechnung geht auf – er gibt Liebe und bekommt sie zurück. 
Persischer Liebeskuchen mit Rosen und Pistazien  - Love Cake nach Ottolenghi und Goh

Als ich im Oktober in London war, führte uns der Weg als erstes zu Ottolenghi in Spitalfields. Nicht nur, aber auch weil wir praktisch um die Ecke wohnten in diesem pulsierenden einfach umwerfenen Bezirk.
Bei Ottolenghi wiederum fiel mein Blick als erstes auf sein zu der Zeit neustes Buch SWEET. 
Endlich ein Buch über Kuchen und Süßigkeiten etwas ab vom Mainstream? Mit nahöstlichem Einschlag? Israelische Versuchungen?
Klassiker aus den USA und Großbritanien sind darin auch enthalten, aber eben auch vieles, was ich ohnehin sehr gern mag – orientalisch und aufregend exotisch Gewürztes. Nüsse, allen voran Pistazien, Rosenwasser, Kardamom und Datteln spielen eine nicht unwesentliche Rolle. Es gibt Rugelach und Persische Liebesküchlein, aber auch den britischen Festtagskuchen, Eis, Desserts und süße Verführungen, denen man eben nicht ständig begegnet.  Ottolenghi hat SWEET gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Helen Goh geschrieben, welche im Ottolenghi’s für die Partisserie zuständig ist.  Eine geglückte Kombi.

Persischer Liebeskuchen mit Rosen und Pistazien  - Love Cake nach Ottolenghi und Goh

Den Grießkuchen habe ich nach dem Rezept aus dem Buch gebacken, aber den Zuckergehalt etwas reduziert und den Kuchen stattdessen mit meinem pinken Granatapfel-Guss getoppt. 
Die Rosenblätter, die man optional zuckern und trocknen kann, gefallen mir sehr – wer sie affig findet, lässt sie einfach weg – am Geschmack des Kuchens ändert sich dadurch nichts.

Zu dem Kuchen wird nach Ottolenghi eine Creme aus Joghurt und Crème fraîche gereicht – ich esse morgens schon so viel Joghurt, dass ich hier geschlagene Sahne vorziehe.
Wenn schon, denn schon.

Das Buch beginnt übrigens mit dem Satz: “Dieses Buch enthält so viel Zucker, dass wir es – ja genau – fast Zucker genannt hätten”.
Jawoll ja!
Ich esse Zucker wirklich sehr mäßig, in meinem Frühstück kommt es so gut wie nie vor. Ihn per se für pures Gift zu halten, finde ich allerdings abartig.
Alles zu seiner Zeit und jetzt ist gerade Zeit für SÜSS!

Persischer Liebeskuchen mit Rosen und Pistazien  - Love Cake nach Ottolenghi und Goh

Persischer Liebeskuchen mit Rosen und Pistazien  - Love Cake nach Ottolenghi und Goh

Zutaten


Rosenblätter
1 Eiweiß
1 Handvoll  unbehandelte rote oder rosa Rosenblütenblätter.
25 g Zucker


Kuchen
1/2 Tl   frisch gemahlener Kardamom
150 g Pistazienkerne, geschält, plus 20 g unregelmäßig gehackt
100 g gemahlene Mandeln
170 g Weichweizengrieß
1 1/4 Tl Backpulver
1/4 Tl Salz (eher etwas mehr)
300 g weiche Butter, plus mehr für die Form
220 g Zucker (330 g bei Ottolenghi)
4 verquirlte Eier Gr L
1 Tl Zitronenabrieb
1 El Zitronensaft
2 El Rosenwasser*
1 Tl Vanilleextrakt

Sirup
100 ml Zitronensaft
80 ml Rosenwasser
100g Zucker


Guss
1 Granatapfel
Puderzucker
2 El flüssige Butter

optional getrocknete Rosenknospen*  in Lebensmittelqualität
Springform 24-26 cm (ich 24)

Zubereitung

  1. Für die kandierten Rosenblätter den Backofen auf 80°C Ober-/Unterhitze vorheizen, Backblech mit Backpapier auslegen. Backformrand einfetten, Backpapier in den Boden klemmen.
  2. Für die kandierten Blütenblätter Eiweiß leicht anschlagen. Blätter mit einem Backpinsel mit dem Eiweiß  beidseitig einstreichen und mit Zucker bestreuen. 
  3. Im Ofen 60 Minuten backen, bis sie knusprig sind. Das kann man gut am Vortag erledigen.
  4. Für den Kuchen den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  5. Kardamom mit Pistazien in einen Blitzhacker oder Blender geben und  fein zerkleinern. Mischung mit Mandeln, Grieß, Backpulver, Salz verrühren.
  6. Butter mit Zucker in einer Küchenmaschine cremig aber nicht schaumig schlagen. Maschine weiterlaufen lassen. Dabei nach und nach die Eier hineinschlagen. die Zutaten werden sich trennen, das ändert sich später wieder.
  7. Die trockenen Zutaten mit einem Spatel per Hand kurz aber gleichmäßig unterheben.
  8. Zitrone, Rosenwasser, Vanille hinzufügen und den Teig in die Form füllen.
  9. Kuchen 55-60 Minuten backen und eine Stäbchenprobe machen 
  10. In der Zwischenzeit kann der Sirup zubereitet werden. Alle Zutaten für den Sirup bei mittlerer Hitze aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat. 
  11. Sobald der Kuchen aus dem Ofen kommt, mit dem noch warmen Sirup übergießen. Auch Ottolenghi und Goh meinen, dass es wirklich sehr viel Sirup sei, bestehen aber darauf, dass das genau richtig sei (schmeckt ja auch richtig :D).
  12. Der Kuchen muss nun vollständig abkühlen
  13. Für den Guss den Granatapfel entkernen und den entstehenden Saft dabei auffangen. Kerne mit einem Schluck Wasser 5 Minuten bei schwacher Hitze garen, anschließend den Saft durch ein Sieb zu dem vorher aufgefangenen geben. Die Hälfte Saft mit gerade so viel Puderzucker vermischen, dass eine dicke Paste entsteht. Nun die Butter sehr gründlich einrühren (Stabmixer). Ist der Guss zu dünn, etwas Puderzucker hinzufügen – ist er zu dick, etwas Saft.
  14. Den Kuchen dünn oder dick mit Guss bestreichen und mit Pistazien und Rosenblütenblättern bestreuen. 

London spukt mir übrigens schon wieder im Kopf herum und ich kann es kaum erwarten, wieder dorthin zu reisen.

Macht es euch verführerisch gut,

Simone 

SWEET: Süße Köstlichkeiten*

ISBN 978-3-8310-3301-0
368 Seiten, 195 x 270 mm 
Über 180 Farbfotografien

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