Herzhaft Reisen

S-Küche Roadtrip 2018 -Teil I Schönes Elsass – Elsässer Flammkuchen mit Radieschen und Pfifferlingen

 

Elsässer Flammkuchen mit Pfifferlingen und Radieschen

 

Wie man seinen geliebten Sommerurlaub verlängern kann? Man schreibt darüber und kocht oder backt Köstliches aus der Region. Das klappt hervorragend und man reist beim betrachten der Bilder gleich noch ein weiteres Mal.

Kommt doch mit auf unsere Reise – ich zeige euch unsere erste Etappe

S-Küche Roadtrip 2018 –  Teil I  Schönes Elsass – Elsässer Flammkuchen

Schon seit Jahren machen wir in den Sommerferien Roadtrips Richtung Süden. Nicht mehr ganz nach Italien – dort waren wir jahrelang – jetzt zieht es uns meist in die Alpen. Ganztägige Autofahrten gehören der Vergangenheit an – bloß so schnell wie möglich in den Urlaub kommen, finden wir jetzt einfach öde. Der Weg ist das Ziel und unser Urlaub ein einziger schöner Weg. Das ist auch der Grund, warum der eigentliche Urlaub hauptsächlich in den Alpen stattfindet, ihr heute aber Bilder aus dem schönen Elsass seht. Das erste Ziel war die Schweiz und der Weg dorthin führte uns nach Strasbourg und dann die Weinstraße entlang. Die erste Etappe konnte man ganz locker an einem Tag  schaffen und noch genügend Zeit für ein köstliches Abendessen in einer der unzähligen Weinstuben  haben.

Natürlich gibt es auch etwas ganz typisches aus der Region hier im Blog: klassischen Elsässer Flammkuchen, wie ich ihn dort genossen habe mit Pilzen der Saison und weil ich es so gern mag, noch mit Radieschen gebacken. Das Rezept findet ihr wie immer am Ende des Beitrags. Lest und schaut euch hungrig, wir fahren jetzt auf die  Grande-Île, den ältesten und schönsten Teil Strasbourgs.

 

 

Bonjour Strasbourg

Hätte mir schon mal jemand gesagt, wie unglaublich schön, bunt und pittoresk die alten Städte im Elsass sind, ich wäre schon längst dagewesen. Es liegt aber für einen Hamburger nicht um die Ecke und unsere Routen in den Süden verliefen nun mal stets anders.

Straßburg hat mich verzückt – Kaysersberg war wie ein kleines gallisches Dorf, kaum zu glauben und Colmar – der Instagram-Star so irre bunt, fast unwirklich. Aber eins nach dem anderen.

Gewohnt haben wir in einem ganz bezaubernden, eigentlich perfekten Airbnb am Rande der Grande-Île.  Umsäumt von der Ill kann man sich dort schwer verlaufen und stundenlang zu Fuß einfach treiben lassen und staunen, wie schön so viele der toll erhaltenen Fachwerkhäuser sind.
Irre schön sind auch die vielen Spiegelungen und besonders am frühen Morgen, wenn das Wasser noch ganz ruhig ist, kann man sich nicht satt sehen. Wir waren nur zwei Tage da und so bin ich morgens um 6 Uhr aufgestanden und einfach los gelaufen, weil ich schauen musste. Und es gab ja so viel zu sehen!

 

Abend in Petite France

 

 

Petite France heißt diese zauberhafte Ecke auf der Grande-Île. Hier ist es nicht nur schön sondern auch – wen wundert es – unglaublich voll. Am schönsten war es wie gesagt früh morgens oder abends, wenn der größte Rummel vorbei war.
Wer hier essen möchte, hat die Qual der Wahl, es gibt so viele Restaurants, dass man stundenlang Bewertungen lesen müsste um sich virtuell schlau zu machen.

Auf gut Glück irgendwo essen – kann man – die Frage ist nur, ob man dann noch glücklich ist. Das Gute und das Grauen liegen nämlich in dieser überlaufenen Touristenattraktion eng beieinander. Wir hatten beides und ich habe auch an beides lange denken müssen. Drei geschlossene gute Restaurants an unterschiedlichen Ecken der Grande-Île zu vorgerückter Stundesonntags ist gern Ruhetag – Müdigkeit gepaart mit großem Bierdurst haben uns unaufmerksam gemacht und wir sind im Le Gruber gelandet.  Touristenfallen kann ich sonst gut entgehen, aber diese hatte zugeschnappt. Hier habe ich das schlechteste Restaurant-Essen meines Lebens bekommen, gepaart mit einer Kellnerin, die ich jetzt noch in den Hintern treten könnte, weil ihr das sowas von scheißegal war. Bitte, bitte, nicht hingehen! Man merkt, ich bin damit noch nicht so ganz durch.

Wir haben einfach nur reelle Elsässische Hausmannskost gesucht und die gibt es hier in gefühlt 300 Restaurants. Sehr teuer und sehr gut kann man natürlich auch essen, aber das wollten wir nicht, schließlich lag noch ein ganzer Urlaub mit täglichen Restaurantbesuchen vor uns.

Am besten fragt man jemanden seines Vertrauens nach seinen persönlichen Lieblingen und das habe ich gemacht. Bloggerfreundin Bibi von Kleine & Feine Köstlichkeiten ist so frankophil, dass sie die Tipps nur so aus dem Ärmel schüttelt.

Die vorgeschlagene  Winstub Saint-Sépulcre war eine tolle Wahl. Etwas abseits vom Rummel jenseits von Petite France in Münsternähe in einer ruhigen Seitenstraße gelegen, so dass man sich auch etwas ausruhen und den Tag Revue passieren lassen konnte.
Ich hatte ein wahnsinnig gutes Pot au Feu , den elsässischen Verwandten eines Tafelspitzes. Das Fleisch so unglaublich zart, dass es eine Wonne war. Der Sud reichte lange nicht an den im Plachutta heran, aber das Fleisch war einfach top. Herrlich!

 

 

 

Winstub Saint-Sépulcre
15 Rue des Orfèvres, 67000 Strasbourg, Frankreich

 

 

Straßburg hat außer der gediegenen Altstadt auf der Insel noch viel mehr zu bieten. Nach Paris und Nancy war Strasbourg eine Hochburg des Art Nouveau und wir haben uns ein paar Stunden Zeit genommen um eine Reihe auffallend schöner, toll erhaltener  Jugendstilhäuser ausfindig zu machen. Zu Fuß etwas anstrengend im super-heißen Juli, da sie nicht gebündelt liegen, aber so lernten wir noch ganz andere herrliche Ecken kennen. Bis hier liefen auch die wenigsten Touristen, was die Staßburger machten, wussten wir nicht, aber es war so schön und herrlich ruhig in den Straßen jenseits der Grand Ile.

 

 

Frühstück

Ein wichtiges Thema für mich, ganz besonders im Urlaub, wo der Lunch meist ohnehin ausfällt. Die Boulangerie und Pâtisserie Woerlé hatte unglaubliche Buttercroissants, herrliche Meringuen und eine große Auswahl an Kougelhopf (Gugelhupf). Die Bio-Bäckerei  L´Atelier 116 hat uns mit Frühstück und großartigem Brot für die weitere Fahrt versorgt.

 

 

L´Atelier 116
116 Grand’Rue, 67000 Strasbourg, Frankreich

Woerlé
10 rue de la Division Leclerc
67000 Straßburg

 

Was mich faszinierte, war die Menge an Vintage Bikes.  Hamburger lassen für Retro Hipserräder eine Menge Geld springen und hier fahren die Originale aus den Siebzigern herum. Es regnet halt doch etwas weniger in Straßburg – das mögen Fahrräder.

 

Ach ja, unser tolles Airbnb muss ich ja noch zeigen. Perfekt und mit viel Geschmack renovierte Dachwohnung in einem uralten Haus am Rande der Altstadt, zentral gelegen und doch ganz ruhig. Mit Dachterrasse und in dem Apartement fehlte nichts. Sogar an Sonnenhüte und Regenschirme wurde gedacht und alles andere war auch vorhanden. Die Zeit war zu kurz für diese winzige Schönheit, hier hätten wir es noch viel länger aushalten können. Großes Airbnb-Glück!

 

 

 

 

 

 

Tschüss Strasbourg – Hallo Kaysersberg!

Schlumpfhausen hat ein reales Vorbild:  Kaysersberg an der Elsässischen Weinstrasse.
Dieses bezaubernde Puppenstubendorf darf man sich nicht entgehen lassen, es ist fast zu schön um wahr zu sein. Man soll dort auch sehr gut essen können, wir waren aber in der größten Mittagshitze dort und nur auf Durchreise, sodass an Essen kaum zu denken war. Leider hat die Mittagssonne das fotografieren extrem schwierig gemacht, aber was soll man machen. Ich hätte sagen können: “lass uns bis 6 bleiben, dann ist das Licht besser”, aber wir wollten abends bereits auf unserem Schweizer Berg sitzen.

 

Kaysersberg - Elsass

 

In diesem Mittelalterdorf ist alles schön. Kaum zu glauben, nicht mal ein olles Fahrrad liegt irgendwo im Graben. Man gibt sich Mühe und das auf eine wirklich liebevolle und angenehme  Art und Weise. Hier gibt es nicht nur 10-20 schöne Fachwerkhäuser – sie reihen sich ohne Lücke aneinander und jedes ist in einer anderen Farbe gestrichen. Für manchen ist das wohl etwas viel – ich fand es herrlich. Das Dorf ist gut zu Fuß in 1-2 Stunden abzugehen und die Kamera läuft heiß, das kann ich euch sagen. Ich möchte unbedingt wiederkommen und gern eine Nacht dort verbringen.

Nach meinem Geschmack ist es noch viel schöner als Straßburg, und doch wesentlich ruhiger. Die Touris etwas älter und alles etwas behäbiger aber es ist schön wie im Märchenland.

Da denkst du, du hast jetzt das beste gesehen und dann ist da ja noch Colmar….

 

 

Colmar the Insta Beauty

Colmar fand man natürlich schon lange vor Instagram schön, hier ist es aber so schön und so bunt, dass es eine dieser perfekten Kulissen für sich an Geländern räkelnden  Girls ist.
La Petite Venise ist die meistgeknipste Ecke und das zu recht.  Seht selbst … ist kaum zu glauben und doch echt.

 

 

 

 

Jetzt kommen wir zum leckeren Teil der ersten Reiseetappe.

Elsässer Flammkuchen mit Radieschen und Pfifferlingen

Elsässer Flammkuchen mit Pfifferlingen und Radieschen

 

Flammkuchen gibt es im Elsass ja an jeder Ecke und die meisten schmecken richtig gut.
Nun ist es ja auch kinderleicht sie zu backen und zu belegen und man kann wirklich wenig falsch machen. Während ich das schreibe, merke ich selbst, wie quatschig das ist – manche können auch bei den einfachsten Sachen viel falsch machen und dabei meine ich nicht die Hungrigen zu Hause, sondern die Restaurantbesitzer, die es eigentlich besser wissen sollten oder es einfach nicht wollen.

Ich habe mich heute jedenfalls eng an den Elsässer Klassiker mit Speck und Zwiebeln gehalten,  eine Ecke Munster drauf gegeben und nur noch mit Pfifferlingen und Radieschen ergänzt.

 

 

Jetzt im Hochsommer hat tatsächlich gerade beides Saison – die Pfifferlinge können aber durch alle anderen Pilze ersetzt oder auch weggelassen werden. Radieschen verlieren gebacken oder geröstet viel von ihrer Schärfe, ich mag sie so aber besonders gern.
Original backt man die Flammkuchen bei 350°C bis 400°C, aber auch im herkömmlichen Backofen gelingen sie richtig gut. Ein Pizzastein ist eine gute Wahl und eine alternativ zuschaltbare Unterhitze ebenfalls, so werden sie enorm knusprig.

 

Elsässer Flammkuchen mit Pfifferlingen und Radieschen

 

 

Elsässer Pflammkuchen mit Pfifferlingen und Radieschen
Prep time: 
Cook time: 
Total time: 
 
Ingredients
Teig (4 Pflammkuchen)
  • 15 g Hefe
  • 370 g Mehl, Type 550
  • 150 ml Buttermilch
  • 2 Prisen Salz
  • 4 El Olivenöl
Belag pro Flammkuchen
  • 70 g Crème Fraîche
  • 5 Radieschen
  • ½ Zwiebel
  • 1 Handvoll Pfifferlinge
  • 50 g Munster
  • Baconstreifen nach Geschmack
  • Schnittknoblauch, alternativ herkömmlicher Schnittlauch
  • Pfeffer/Salz
Instructions
  1. Zerbröselte Hefe in 50 ml lauwarmem Wasser auflösen
  2. Mehl in eine Schüssel geben, Hefemischung und die restlichen Zutaten hinzugeben und mit einem Knethaken einige Minuten zu einem glatten Teig verkneten
  3. Teig auf einer Arbeitsfläche noch einmal gut durchkneten, anschließend in einer Schüssel zugedeckt an einem warmen Ort 2 Stunden gehen lassen
  4. Teig erneut gut durchkneten und in 4 Stücke teilen
  5. Teig hauchdünn ausrollen. Klappt bei mir am besten direkt auf Backpapier
  6. Fertig ausgerollte Flammkuchen zwischendurch mit Folie abdecken
  7. Backofen so heiß wie möglich gut vorheizen. Ich hatte Umluft mit Unterhitze 230°C
  8. Radieschen und Zwiebeln hauchdünn hobeln, Pfifferlinge putzen, nach Bedarf teilen
  9. Créme Fraîche mit etwas Milch glattrühren und den Teig damit bestreichen
  10. Flammkuchen mit Radieschen, Pfifferlingen, Bacon und Zwiebeln belegen, mit Munster in Scheibchen belegen, würzen.
  11. Die Flammkuchen nacheinander je nach Hitze 5 bis 12 Minuten backen. Einfach in den Ofen schauen, wenn er kross ausschaut, ist er fertig
  12. Alles mit Schnittlauch bestreuen und sofort genießen

Dies war der erste Teil unseres Roadtrip 2018 – weiter geht es demnächst mit unserer Fahrt durch die Schweiz. Mit dem sensationellen  Top of Europe, mit Appenzell, Besuch bei der lieben Sarah von Gaumenpoesie und dem schönst gelegenen Restaurant, das ich je gesehen habe – mit dem Berggasthaus Aescher-Wildkirchli und einem leckeren Appenzeller Schlorzifladn.

Macht es euch knusprig und genießt den Sommer,

Simone

1

You may also like

1 Comment

  • Eva

    Als sonst stille Leser- und Genießerin muss ich mich jetzt doch mal zu Wort melden.
    Vielen Dank für die schönen Impressionen aus dem Elsaß. Wir waren auch gerade Anfang Juni dort, mit denselben Stationen (und ein paar mehr). Eine Woche hält man es dort gut aus, und wenn man sich am Fachwerk satt gesehen hat, ist da ja noch die Landschaft. Ich habe teilweise fast identische Fotos gemacht 🙂
    Vielen Dank auch für das schöne Flammkuchen-Rezept, das wird garantiert nachgemacht, wenn das Wetter wieder nach Ofenaufheizen ist!

    3. August 2018 at 12:21 Reply
  • Leave a Reply

    Rate this recipe: