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Kulinarische Erlebnisse in den Westfjorden Islands – Inspired by Iceland

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Kulinarische Erlebnisse in den Westfjorden – Inspired by Iceland – Salz, Fisch, Skyr und noch viel mehr – so gut schmeckt Island.

Heute erzähle ich von unserem Trip durch die atemberaubend schönen Westfjorde, wo man gut wohnen und noch besser essen kann. Wie man von Reykjavik in die Westfjorde kommt und wie fantastisch es ist, dort auf den Klippen zu stehen. Zieht euch warm an – es weht ein frischer Wind!

 

Zu dieser Reise wurde ich von PROMOTE ICELAND eingeladen um zu erzählen, dass isländische Kulinarik weit mehr zu bieten hat als fermentierten Fisch. Ist ja klar, dachte ich, das weiß man doch, oder nicht?

Weit gefehlt, beinahe jeder, der mitbekam, dass ich nach Island fliegen würde, hat mich auf den ollen, fermentierten Hai angesprochen. Ob ich den denn essen würde? Nein, das war nicht der Plan – Isländischer Fisch ist nämlich frischer als frisch und genau den wollte ich probieren – dazu aber noch viele andere Produkte. Natürlich Salz und Skyr, letzteres ein Exportschlager und buchstäblich über Nacht in aller Munde. Skyr kennt man inzwischen von Portugal bis Schweden und das ist gut so, es schmeckt nämlich köstlich. Ganz besonders, wenn es aus Island kommt. Es ist nämlich viel cremiger als das hier meist erhältliche.

Und dann wäre da noch der Lebertran, den ich jetzt täglich löffele. Warum und wie er in Island schmeckt, darüber später mehr.

 

Westfjord Island - Inspired by Iceland

 

Dann erstmal von vorn.

Island – ein Traum wird wahr. Die Insel ist für viele eins jener Länder, die man doch immer schon mal sehen wollte, es aber bislang nicht geschafft hat. War man aber bereits dort, kommt man aus dem Schwärmen nicht heraus.
Island besticht nicht unbedingt auf den ersten Blick. Fährt man vom Flughafen nach Reykjavik, sieht man erstmal – nichts. Endlose Weite mit grün-braunem Gesträuch. Alles sehr karg aber man weiß, dass da noch mehr ist.
Dann kommt Reykjavik mit seiner schlichten Architektur, die man so oder so ähnlich über die ganze Insel verteilt sieht. Ich würde sie mal wohlwollend als basic bezeichnen. Alles Überflüssige, oder Schmückende wurde entweder gar nicht erst erwogen oder ist vom Winde verweht.
Wenn man sich aber nicht auf den ersten Blick in dieses Land verguckt, so kommt die Liebe beim zweiten mit voller Wucht. Fast überraschend und mit einem Mal ist sie da, die Liebe.

Island, so rauh, so kalt, so windig, so feucht, macht es einem nicht leicht – weder den Isländern noch den Besuchern. Die atemberaubende Schönheit der Landschaft, der Berge, Wasserfälle und Fjorde erwischt einen aber unweigerlich und lässt nicht wieder los.

Reykjavik war nur Start und Ende, für unsere kleine internationale Reisetruppe ging es an die wunderschönen Westfjorde.

Gewohnt haben wir am Hafen von Reykjavik im Marina, einem Budget Hotel, das ich gut empfehlen kann. Einfach aber solide und sehr gemütlich. Viel mehr mag man sich in Island auch nicht leisten – Island ist teuer. Wer auf die Preise schaut, schluckt erst einmal. Hier wohnt man aber gut und verhältnismäßig günstig.

Icelandair Hotel Reykjavik Marina
Myrargata 2
101 Reykjavík

Ein Flug nach Island ist wiederum zu manchen Zeiten für um und bei  € 150,- zu haben und auch als Zwischenstopp in die USA und Kanada gerade sehr beliebt.

 

Westfjorde

Ebenfalls mit dem Flugzeug ging es nach Ísafjörður. In einer puppig kleinen Maschine auf den winzigsten Flughafen ever. Der Inlandsflug kostet zur Zeit etwa € 160,- und ist eine gute Option um Island zu durchqueren und den Norden dann mit dem Auto zu erkunden. Bloß nicht mit einem Kleinwagen – ein Geländewagen macht erst in Island so richtig Sinn – die Straßen sind oft abenteuerlich. Die Berge sind jetzt im September bereits schneebedeckt. Es ist eisig aber ganz verrückt schön.

Sugandafjordur

 

Sugandafjordur

Die Westfjorde sind eine rauhe Gegend und man glaubt, man sei am Ende der Welt. Ruhig, abgelegen, ursprünglich und doch voller kulinarischer Entdeckungen.
Gewohnt haben wir in dem größten Ort Ísafjörður mit immerhin 4000 Einwohnern. 

Die schönste Ecke hier ist das Freiland Volk Museum mit seinen kleinen, mehrere Jahrhunderte alten Häusern direkt am Hafen. Hier Fotos zu machen war gar nicht mal so einfach, entweder regnete, oder dämmerte es, oder es war so eisig, dass die Finger nicht mitspielten. Früh am nächsten Morgen wurden wir aber mit strahlendem Sonnenschein überrascht und waren noch begeisterter von dieser speziellen, harten und kantigen Kulisse.  

 

 

 

Promote Island Skyr, Isafjordur Westfjorde

 

Hotel Isafjördur
Silfurtorgi 2
400, Ísafjörður

Gegessen haben wir hier in einem der gemütlichsten Restaurants in denen ich je gewesen bin.

Friends Dinner im Tjoruhusid

Im 300 Jahre alten Tjoruhusid gibt es keine Speisekarte. Das Konzept ist so einfach wie genial.
Jeder isst dasselbe und die Gänge sind immer gleich. Es gibt nämlich Fisch. Viel Fisch. Als Suppe und schier unendlich viele Fischgerichte aus riesigen gusseisernen Pfannen. Unglaublich gut und immer aus dem gemacht, was gerade fangfrisch zu bekommen ist. Kabeljau, Lachs, Seeteufel, Schellfisch und die so köstlichen Kabeljauzungen. Mit vielen Beilagen und Salaten.
Ist das Essen fertig, heißt es für alle aufstehen und anstehen. Ist der jeweilige Gang soweit, nimmt jeder seinen Teller und reiht sich in die Schlange zum essen fassen. Eine puppenlustige, sehr kommunikative Sache, die so viel Spaß machte.
Alles in einem Raum, der gemütlicher und uriger kaum vorzustellen war. Aufgefüllt und erklärt hat der Chef selbst. Dazu Jazz von Venyl und klingende Gläser an langen Tischen. Das war großes Blockhütten-Kino!

Tjoruhusid
Neðstakaupstað
400 Ísafjörður
+354 456 4419

Zeit für Lebertran

Bevor es auf den unbeschreiblich schönen Bolafjall geht, gibt es eine ganz besondere Stärkung – Fish Oil. Besonders aber nur für uns, die Isländer schlucken es täglich. Alle waren sich einig, einen Löffel Oil gibt es jeden Morgen. Für Kinder wie Erwachsene ganz normal und wenn man das Wetter dort kennt, ist es auch mehr als sinnvoll. Man findet das Öl von Kabeljau oder Hering auf jedem Frühstücksbuffet ganz selbstverständlich zwischen Brot und Butter.
Fish Oil ist voller Health Benefits und klingt auch schon viel gefälliger als Lebertran. Tatsächlich gibt es ihn in Island wohlschmeckend mit Fenchel oder Orangen Aroma. So wie diesen hier von Fisherman, einer innovativen Produktion von Fischprodukten mit dem alten Seebären als Symbol.

Ich habe mir eine Flasche mit Orange Fish Oil mitgebracht und nehme täglich einen Löffel voll. Man bekommt einfach keine Erkältung, sagen die Isländer. Ich probiere es aus und gebe dann Kund, wie es läuft.

Apropos Fisch……

 

Nachhaltiger Fischfang in Island

Island schützt als Fischfangnation seine natürliche Lebensgrundlage durch nachhaltigen Fischfang. Mit dem Iceland Responsible Fisheries (IRF) Programm erfüllt die Fischindustrie die Anforderungen der Käufer von Fisch und Seafood nach einer nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen.
So setzt Island jährlich Fangquoten fest, um den Erhalt der Fischarten vor ihren Küsten zu gewährleisten. Auch müssen die Fischer Fangmethoden und Netze einsetzen, die den Beifang minimieren. Das IRF Programm wurde auf Grundlage von Verpflichtungen, die auf nationalem Recht und internationalen Abkommen basieren, entwickelt und ist in vielen Bereichen strenger als das bekannte MSC Siegel.

Die Zertifizierung der isländischen Fischerei durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle soll mit völliger Transparenz den Nachweis erbringen, dass der Fischfang und das Fischereimanagement in Island auf eine Nachhaltige und anerkannte Weise durchgeführt wird.

Island hat eine der weltweit modernsten und wettbewerbsfähigsten Fischerei-Industrien aufgebaut auf dem Grundsatz eben der nachhaltigen Fangpolitik zum Schutze des maritimen Ökosystems – man schützt was einen ernährt und das ist beispielhaft. Mein Lieblingsfisch Kabeljau macht mit 43% den größten Teil des Exports aus, gefolgt von Hering, Rotbarsch und Schellfisch. Island- und Ostsee-Kabeljau (Dorsch) sind übrigens zur Zeit die empfehlenswertesten.

Besuch bei Fisherman

Fisherman ist die innovative Company des rührigen und sympathischen Elias. Wir besuchten die Fabrik in Sudureyri und erfuhren wie vollständig die Fische vor Ort verwertet werden. Es gibt quasi keinen Abfall, alles wird verwendet. Das Fleisch und die Gräten wie woanders auch. Zusätzlich auch die Haut, aus der Lederartikel gefertigt werden, die Bäckchen und die Zungen. Man kann eben mehr essen als nur das Filet. Statt Nose to Tail eben Lippe to Tail. Kabeljauzünglein sind eine Delikatesse, von der ich hier in Deutschland noch nie gehört habe. Sie schmecken köstlich. Leber ist nicht nur im Lebertran enthalten sondern von verschiedenen Fischen auch in der Büchse zu bekommen.

Think modern and big dachte sich Elias und baute gleich noch Restaurants, Shops, und ein Fisherman Hotel.

Im Shop gibt es viele für uns ungewöhnliche Fischprodukte; vom getrockneten Seegrass bis zur Seeteufel-Leber und natürlich besten Fisch, wie er frischer nicht sein könnte.

Reykjavík
Island

Oben rechts im Bild – das in Island allgegenwärtige Gericht Plokkfiskur. Ein superleckeres Resteessen aus Fisch, Kartoffeln und viel Butter – hier kommt nichts um!

Atemberaubender Bolafjall –  fast am Ende der Welt

Sprachlos und einfach glücklich waren wir oben auf der Ebene des etwa 600 Meter hohen Bolafjalls bei Bolungarvik

Wir hatten die Gelegenheit, die eigentlich um diese Jahreszeit für Touristen gesperrte Straße mit einem Ortskundigen hinaufzufahren. Thank you so much dear Ásloug for the safe ride! Ich hätte es mich nie getraut, die Straße selbst hinauf zu fahren. Seht selbst, direkt neben der Straße ist der Abgrund!

Oben auf der Ebene befindet sich eine inzwischen verlassene Radar-Station. Dieser so stille Ort voller Naturgewalt macht sprachlos, andächtig und klein.

Wir hatten Glück, ganz oben war es sonnig, fast windstill und wir hatten eine fantastische Sicht. Was passieren kann, wenn ein gescheiter Wind weht, seht ihr auf dem Schild unten rechts. Und das ist mitnichten kein Scherz. Man bleibt auch besser sicher und geht nicht bis an den Rand, wenn man noch alle beieinander hat jedenfalls. Seht ihr den kleinen Felsvorsprung unten? Das ist ein “hot instagramable place”, wie uns der Mann aus dem Ort halb belustigt und ganz kopfschüttelnd erklärte. Hier oben angekommen zu sein, erfüllt mit so viel Freude – was braucht man da noch einen extra Thrill um das zu toppen? Kann ich nicht verstehen.

 

 

Bolafjall bei Bolungarvik

 

Sicher und beglänzt unten angekommen geht’s in Einarshúsid Guesthouse.

In diesem prächtig erhaltenen und bewahrten Haus von 1902 gab es Lachsvariationen und warme Fischgerichte als Stärkung für ein Treffen mit verschiedenen isländischen Erzeugern.
Musikalisch begleitet vom Hausherrn und alle Isländer sangen lauthals mit. Eine ganz wunderbare Wohlfühlatmosphäre, die für Gänsehaut sorgte.

Warum er zum essen musiziert, erzählte uns Benni: Ohne Musik sitzen die Gäste an ihren Tischen separat unter sich. Spielt er Gitarre oder Akkordeon und alle singen, wachsen die Menschen zusammen und erleben gemeinsam. Genau so ist das lieber Benni!

 

Einarshúsid Guesthouse
Bolungarvík
ohne Webside, aber über gängige Portale buchbar

Fish Oil, Salz und Skyr – drei Produkte, die für Island stehen. Das Verhältnis zu Lebertran habe ich ja schon oben beschrieben – hier stellte sich eine weitere Firma vor, deren Produkte man auch im deutschen Onlinehandel bekommt. In Island kennt man den Lebertran seit ewigen Zeiten und man löffelt ihn so, wie es ihn immer gab, a la Natur. Gefälliger für Nichtisländer ist eindeutig der Aromatisierte. Dropi bietet ihn mit Ingwer und Fenchelgeschmack an.
Begeistert hat das Salz von SaltVerk. Große Meersalz Flocken, die etwas fester in der Struktur sind und sich auf den Speisen nicht so schnell auflösen, wie zum Beispiel Malden Salz. Spannend die Sorten Seaweed und Lakritze. Mein liebstes war schwarzes Lava-Salz*

Skyr, quasi über Nacht außerhalb Islands erhältlich, kennt man auch hier in vielen Geschmackssorten. Mir gefällt Skyr aus Island ganz besonders, weil es viel cremiger ist als das leicht stumpfe Produkt einiger Mitbewerber, welches man hier in Deutschland bekommt.

 

Saltverk

Schäfchen zählen

Island ist eine Fisch- und Fleischnation. Aus Liebe zum Produkt und auch historisch, weil eben das immer schon verfügbar war. Jahrtausendelang wuchs hier einfach fast nichts, es ist schlichtweg zu schroff und zu kalt.
Inzwischen baut man auf der Insel unzählige Gemüse an und nutzt dabei die nachhaltige Wärme der Quellen.  68 % des verzehrten Gemüses stammt inzwischen aus heimischem Anbau. Ob es hier viele Veganer gibt, vermag ich nicht zu sagen. Erfahren haben wir aber die große Liebe zu Fisch, Fleisch und Milchprodukten.
Rinder werden längst nicht so viele gehalten wie Schafe. Sie gibt es hier überall, sie gehören zum Leben und sind Tradition.

Wo Schafe stehen, sind die Pullover nicht weit. Islandpullis kennt man überall und sie werden hier aus einer ganz besonderen Wolle hergestellt. Das Wollflies des Islandschafes besteht nämlich aus 2 Schichten, dem langen Deckhaar und der kurzen Unterwolle. Während das Deckhaar so wasserabweisend ist, dass man früher sogar Segel daraus machte, verwendete man die weiche Unterwolle für kuschelige Pullover. Weil man die beiden Wollsorten häufig nicht mehr trennt, sondern zusammen verarbeitet, sind viele der Islandpullis etwas kratzig.

Helga führte uns über ihren Hof und erzählt in Windeseile viel Interessantes aus ihrem Leben. 300 Schafe hält sie für Fleisch und Wolle, dazu viele Milchkühe. 2 Jobs hat Helga obendrein auch noch. Das Leben ist nicht einfach und Arbeit gibt es mehr als genug auf ihrer so abgelegenen Farm in Sugandafjordur. Aber kaum einer kann so herzhaft lachen wie sie!

 

Es gibt kein Bier auf Island? Doch, seit 30 Jahren

Verrückt, oder? Bis 1989 war es verboten in Island Bier zu verkaufen.

Bier erfreut sich seit der Landung der Wikinger auf Island vor 1000 Jahren großer Beliebtheit. Jedenfalls bis 1915. Ab dann war es schlichtweg Verboten dort Bier zu verkaufen. Erst seit 1989 ist es wieder überall erhältlich und wie überall sonst auf der Welt, schießen die Craft Beer Breweries aus dem Boden.

Wir waren bei Dokkan’s, der ersten Brauerei in den Westfjorden. Ich hätte mir Pale und IPA am liebsten Fässerweise mitgebracht, leider habe ich mich nicht einmal getraut eine Flasche in den Koffer zu legen.
Hákon ist Autodidakt. Er hat sich das Bierbrauen im Internet beigebracht. Alle Achtung, dafür schmeckt es großartig! Im Angebot: Blonde, Pale, Amber and IPA.

 

 

Das war meine kleine große Island Tour. Klein, weil wir nur wenige Tage da waren und groß, weil wir mit den Hühnern aufstanden um viel zu erleben und so  tolle und  herzliche Menschen kennen lernten.
Morgen geht es hier weiter. Dann gibt es das Rezept für Flatbread, einem blitzschnellen isländischen Klassiker aus Roggenmehl.

Macht es euch kuschelig, morgen wird gebacken,

Simone 

 

 

 

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