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Gebackener Mozzarella im Speckmantel auf Salat – Traumhafte Wintertage in Tirol

Gebackener Mozzarella im Speckmantel auf Salat und als Fingerfood – Wintertage in Tirol – Verwöhn-Hotel Penzinghof und bäuerliches Oberndorf mit viel Gespür für Käse und Speck.

 

Gebackener Mozzarella im Speckmantel auf Salat. Rezept kann auch als Appetizer, Fingerfood angerichtet werden

Diesen Winter war ich gleich zweimal in Tirol – einmal für den Blog als Tiroler Bergkäse-Patin und anschließend mit der Familie privat zum Skilaufen. Ja, das kann ich jetzt behaupten – ich habe es dieses Jahr nämlich zum ersten mal gemacht. Ich fahre jetzt Ski! Naja, so die ersten mageren Hügelchen aber das wird ausgebaut.
Wir hatten dabei die ganze Zeit diesen sagenhaften Schnee, der halb Österreich dick in Watte gepackt hat. Das war wirklich sensationell schön und ich kann es kaum erwarten, im nächsten Jahr wieder Winterurlaub in meinem liebsten Bundesland Tirol zu machen. Auch kulinarisch war einiges los und davon möchte ich heute erzählen.

Einige Tage habe ich in Oberndorf in Tirol verbracht und außerordentlich gut gewohnt. Im Penzinghof war ich jetzt bereits zum dritten Mal – höchste Zeit das Wohlfühl-Hotel genauer vorzustellen. Das ist jetzt Werbung aus Spaß an der Sache und weil ich mich dort so gut aufgehoben gefühlt habe.
Erstmal gibt es etwas Winter zu sehen. Auch wenn man sich eigentlich schon auf den Frühling freut, gibt es hier noch einmal Wintereindrücke, bei denen es trotz Kälte warm ums Herz wird.

 

Oberndorf in Tirol

Oberndorf in Tirol

 

Winter Wonderland mit Kaiserblick

Nein, es ist nicht Weihnachten, die Kugeln baumeln einfach so in der schon wärmenden Februarsonne und beglücken.
Der große Kerl im Hintergrund ist übrigens der Wilde Kaiser. Ein magisch schönes, wirklich majestätisches Gebirge. Wenn ich an einem Ort in der Nähe von ihm bin, hier in Oberndorf, in Söll oder Ellmau beispielsweise, schaue ich mich zuerst nach ihm um und wenn ich ihn sehe, kann ich den Blick kaum abwenden. Klinkt nach sentimentaler Alpenromantik, es ist aber wirklich so. Man wohnt in einem neuen Haus oder Zimmer? Der erste Weg geht blitzschnell zum Fenster: kann ich ihn sehen??? Wenn ja, dann ist alles gut und er ist stets das Erste, was ich morgens anschaue.

 

Oberndorf in Tirol

 

Ein richtiges Winter Wonderland – fehlt nur der Schlitten. Ich weiß nicht wie viel Spaß man an den Dauerschneemassen hat, wenn man dort wohnt – für Urlauber ist er aber ein Geschenk des Himmels, besonders wenn man aus einer Gegend kommt, in der Schnee nur selten zu Besuch ist und dann schnell zum Schneematsch wird. Hier ist es eigentlich immer schön, besonders in dieser Ecke mit den liebevoll dekorierten Häusern. Im Winter hat es aber noch einen ganz besonderen Zauber.

 

Oberndorf

Oberndorf in Tirol

Oberndorf in Tirol

Oberndorf in Tirol

In Oberndorf selbst ist nicht sehr viel los. Man hat den 2000 Einwohner Ort schnell durchlaufen. Zweigeteilt durch quer durchlaufende Schienen und Durchfahrtstraße gibt es in meinen Augen einen eher mauen Ortsteil am für mich anderen Ende und einen in dem ich immer so gern unterwegs bin. Hier beherrschen noch mehr als ein Dutzend alte aber toll restaurierte Bauernhäuser das Bild und es ist wahnsinnig schön dort in den wenigen kleinen Straßen und Wegen. In kaum einem Ort habe ich mehr Essensglocken auf einmal gesehen (vielleicht in Ellmau?). Sie wurden früher geläutet, wenn das Essen fertig war. Ich hoffe, sie haben sich im Klang stark unterschieden, damit nicht die ganze Mannschaft das Feld verlässt, bloß weil beim Nachbarn das Essen auf dem Tisch steht.

Tiere gibt es hier natürlich auch – direkt mitten im Dorf. Das ist nicht überall so, auch nicht in Tirol  – hier ist es aber  bilderbuchschön!  Oberndorf, klein, hübsch, überscheubar, aber sensationell gelegen. Nicht umsonst steht in vielen Reiseführern oft gleich als erstes die Lage beschrieben. Zwischen dem Wilden Kaiser und dem Kitzbüheler Horn gelegen, gibt es nicht nur sensationelle Panoramen, sondern auch genial schöne Wanderwege und Ausflugsziele. Bis Kitzbühel und St. Johann sind es jeweils nur 4 Kilometer und das Skigebiet St. Johann in Tirol / Oberndorf  beginnt genau in Oberndorf.

 

Verwöhn-Hotel Penzinghof

Genauer gesagt, beginnt das Ski Gebiet direkt am Penzinghof. Gleich neben meinem Zimmer sind die Skifahrer und Snowboarder hinab gerauscht.
Der Penzinghof ist ein liebevoll familiengeführtes Hotel der Familie Lindner. Ein gewiefter Großvater hatte einst die Idee direkt neben dem neu gebauten Lift eine Art Erfrischungsstation zu stellen. Die Idee war gut – so gut, dass sich der „Erfrischungsstand“ in etwas ganz Großes und auch Großartiges verwandelt hat.

Ich mag dieses Hotel ganz besonders gern. Die Wünsche werden einem von den Augen abgelesen – ich habe mich selten so gut aufgehoben und herzlich und freundlich umsorgt gefühlt. Apropos freundlich – die Freundlichkeit mit der man den Gästen hier entgegen kommt ist echt und ehrlich und das ist eben etwas Wunderbares. Das beginnt bereits beim Auszubildendem beim Abendessen und gipfelt bei den sympathischen Empfehlungen der Sommelière. Die kennt übrigens nicht nur den besten Wein, sondern auch die besten Wanderwege.

Man kann hier im Penzinghof natürlich sowohl im Sommer als auch im Winter das ganze Wellnessprogramm durchlaufen – sicherlich wunderschön, ich habe es nur noch nie genutzt. Ich bin zu rastlos und lieber auf dem Berg unterwegs, als mich zu Anwendungen zu begeben. Dann steige ich doch lieber auf eins der Räder, die man hier ausleihen kann.

 

Penzinghof

 

Hier sieht man den just fertig gestellten Neubau. Unterm Dach hat das Hotel ein Schwimmbad und darunter lag direkt mein Zimmer mit großartigem Kaiserblick. Überhaupt das Zimmer! Ich war bereits in der ersten Minute schwer verliebt. Ich habe ein geheimes Laster – ich liebe brandneue Hotelzimmer. Wenn sie dann auch noch so zeitgemäß durchdacht und trotzdem saugemütlich sind, hat es mich erwischt. Ich wollte einfach nicht wieder abreisen.
Großzügig geschnitten, bekommt man genug Luft und könnte theoretisch auch 4 Koffer aufgeklappt ohne Hürdenlauf im Zimmer herum liegen lassen. (ja erwischt – wenn ich 1-2 Tage an einem Ort bin, packe ich nicht aus) Neben funktionellem Arbeitsplatz und Hausbar, gab es auch noch eine Sitzecke mit Couch. Wo gibt es das denn schon? Das Bad – mit asymmetrischem Bullauge war perfekt. Allein das Bullauge ist Geschmacksache, aber ich war ja allein, so what! Dafür hatte ich beim Duschen den Fernseher im Blick 😀
Die Freude lag im Detail, es gibt für jede erdenkliche Situation eine andere Leuchte und Lampe, das ist extrem durchdacht und so komfortabel. Zimmer – ich hab dich lieb und möchte dich wiedersehen!
Wohlgemerkt, ich habe im Neubau gewohnt, wie es im älteren Gebäude auf den Zimmern ausschaut, kann ich nicht sagen, aber es ist sicherlich auch schön dort.

 

So geht Frühstück zum Glücklichsein

Was mich schon beim ersten Besuch so beeindruckt hat, sind die Räume, in denen die Büffets stehen. Ja genau – Plural!

Sonst der austauschbaren, langweiligen Büffets längst überdrüssig geworden, freue ich mich, wenn mir solch eine Perle begegnet.
Eine großartige Käseauswahl auf der einen Seite und gegenüber so viel Brot und Brötchen, dass man zwei Wochen lang jeden Tag etwas anderes essen könnte. Marmelade und Honig in toller Qualität und in ebenso großer Auswahl wie frisches Obst.  7 Säfte, unendlich viele Milchprodukte, Würste und Speck aus der Region, und unendlich viel mehr, macht so liebevoll präsentiert große Freude.
Wer Lust auf Kalorien am morgen hat, kann sich sein warmes Frühstück individuell von einer Servicekraft braten lassen und dabei zuschauen. Dieses Frühstück ist so irre gut – warum können das viele andere so gar nicht?

Da ist einmal natürlich das Gefühl für gute Produkte, soviel ist klar. Vieles hat aber auch mit dem Wollen zu tun. Ein teures Hotel allein macht noch lange kein gutes Essen, dafür braucht es eben Menschen, die es einfach gern gut machen so wie hier.
Auch im Restaurant schmeckt es wunderbar und den richtigen Wein gibt es von der Sommelière Barbara, der ersten Weiblichen in Österreich übrigens.
Ein Gericht aus dem Restaurant des Penzinghofs habe ich heute mitgebracht. Etwas ganz Einfaches und doch sehr Leckers gibt es am Ende dieses Beitrags, aber erst gehen wir noch einmal in die Käserei. Die gehört nämlich zwei Brüdern der Leiterin dieses Hauses, Stefan und Andreas Lindner.

Oberndorf in Tirol

Hofkäserei Schörgerer

Die Hofkäserei Schörgerer

An einem sonnigen Nachmittag durfte ich beim Käsen zuschauen. An diesem Tag wurde ein Schnittkäse und ein Mozzarella-artiger Weichkäse hergestellt. Stefan Lindner ist Bauer, Schnapsbrenner und Käser aus Leidenschaft. Ohne diese geht das nicht gut und auch mit sind die Tage lang und das Arbeitspensum groß. Er hätte gerade doll „Rücken“ erzählt Stefan und kann daher nicht so viele Stunden arbeiten. Gemacht werden muss die Arbeit aber trotzdem. Die Kühe warten nicht und nach dem melken ist die Milch auch irgendwann ungeduldig. Trotz Rücken, hat der sympathische Jungbauer mir geduldig und fast immer lächelnd jede noch so simple Frage geduldig erklärt. Ich hoffe im Sommer wiederkommen zu können um noch etwas länger dabei zu sein und mit Hand anzulegen.

 

Hofkäserei Schörgerer

 

Stolz aufs eigene Produkt kann er schon sein, der Andreas. Der Käse hat nämlich Charakter und schmeckt auch als Junger schon richtig gut. Da es sich um eine kleine Hofkäserei handelt, geht es hier nur um die Liebe zum Käse und den Anspruch an gute Qualität. Masse gibt es nicht und daher kann man den Käse auch nur regional erleben. Tiroler Bergkäse gibt es hier zur Zeit nicht, aber das kann sich ja ändern. Dafür unter anderem einen tollen, fein-würzigen Dorfkäse – nach Tilsiter Art, vollmundigen Weinkäse und  leichtwürzig-milden Frisch-Weichkäse, der die „Kleine Muuh“ heißt. Den Ziegenkäse aus der Milch der weißen Dorfschönheiten habe ich noch nicht probiert, das mache ich dann beim nächsten Mal.

 

Hofkäserei Schörgerer

 

Andreas Lindner liefert einen großen Teil seiner Erzeugnisse direkt ans Hotel. Käse aus der Hofkäserei, Schnaps aus der Brennerei und auch das Kalbfleisch. Wer Milch erzeugt, hat mal mehr und mal weniger Freude am männlichen Kalb. Die hier geborenen landen  aber nicht auf dubiosen wegen in Italien, sondern werden hier gemästet und bleiben als gutes Fleisch im Hotel.

Wie gut sind so einfache Strukturen, die zum Wohle aller Hand in Hand gehen.

Die Kühe haben es sauguad, das konnte ich über die Jahre immer wieder erleben. Zwar sind sie hornlos, dafür leben sie aber rund ums Jahr im Offenstall, den sie verlassen können, wann immer sie wollen. Auch im Winter und bei Sonnenschein gehen sie ganz besonders gern nach draußen, wie man mir erklärte. Verstehe ich bestens, ich mache es genau so.

Im Sommer gibt es dann noch die Molkeschweine. Das sind quirlige Bentheimer, die mit Molke gefüttert werden, wodurch das Fleisch einen ganz typischen Geschmack bekommt. Aus ihnen entsteht der Molkespeck mit dem der hofeigene Weichkäse „Die kleine Muh“ umwickelt und gebacken wird und den es im Restaurant des Penzinghofs als die schöne Vorspeise gibt, die ich heute zeige.

 

Oberndorf in Tirol

Dorfschönheiten

Schörgerer Hofkäserei

 

Hungrig geworden? Jetzt gibt es was in die Schüssel. Oder in die Hand – je nach Geschmack. Käse mit Speck gebacken auf Salat wie im Penzinghof.

Gebackener Mozzarella im Speckmantel auf Salat und als Fingerfood

 

Gebackener Mozzarella im Speckmantel auf Salat. Rezept kann auch als Appetizer, Fingerfood angerichtet werden

 

Die herrlichen Bacon Pralinen schmecken warm toll zu frischem Salat der Saison, aber auch solo als Finger Food.  Am besten schmecken sie –  besonders als Appetizer, wenn man einen mild gesalzenen und geräucherten Speck verwendet, sonst wird der Happen schnell zu salzig. Mir hat der Speckmantel – abgesehen von dem vorzüglichen Tiroler Original vom Molkeschwein – am besten mit Parmaschinken oder mildem Südtiroler Bauernspeck geschmeckt. Richtig oder falsch gibt es hier eh nicht, am besten man probiert einfach aus. Das gilt auch für den Käse. Statt Mozzarella kann auch jeder andere gute und schön schmelzende Käse verwendet werden. Selbstverständlich auch mein geliebter Tiroler Bergkäse.

 

Gebackener Mozzarella im Speckmantel auf Salat und als Fingerfood

Zutaten

Speckpralinen

8 Pralinen bekommt man aus einem Mozzarella a 125 g
dazu benötigt man je nach Größe 4-8 scheiben Speck, möglichst ohne Löcher und Risse und hauchdünn geschnitten.

Salat
Grünzeug der Saison.
Wir hatten im März Feldsalat, Winterportulak, Radicchio Tardivo, Möhren, Bete, die ersten Radieschen und Snackgurken.
Wer möchte legt noch ein paar unbehandelte Blüten hinzu, ich hatte Hornveilchen.

Dressing

Auf etwa 4 Salatportionen
4 EL Obstessig
1 Tl Senf
2 Tl Marillenmarmelade
10 El Olivenöl
1 Tl Kürbiskernöl
Pfeffer/Salz

Zubereitung

Für die Speckpralinen den Mozzarella in 8 gleichgroße Stücke schneiden, etwas begradigen, Reste naschen.
Speckstreifen so kürzen, dass man sie einmal um die Mozzarella Stücke legen kann und sie unten noch etwas überlappen.
Je einen Streifen quer, dann einen Streifen längs um den Käse wickeln, so dass er rundherum eingepackt ist. Wenn wenige Löcher bleiben, kommt der Käse beim braten etwas heraus, das macht aber gar nichts, sieht hinterher umso leckerer aus.
An Salat nimmt man das was gerade Saison hat und gefällt. Raspelt sich alles nach Geschmack hauchdünn, oder eben nicht und würzt mit Dressing.
Die Speck Pralinen wenden je nach Fettgehalt des Specks ohne Öl oder mit ein paar Tropfen von beiden Seiten goldbraun gebraten. Das bei mittlerer Hitze, damit der Käse schön schmelzen kann.

 

 

Macht es euch bunt und frisch und freut euch auf den Frühling,

Simone

 

Gebackener Mozzarella im Speckmantel auf Salat.

Gebackener Mozzarella im Speckmantel

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