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Skrei mit Bärlauch und Senfrahm – Mein Skrei Abenteuer mit Nordlicht in Lofoten

 

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Skrei mit Bärlauch und Senfrahm

 

Norwegischer Skrei ist schon seit Jahren mein Liebling. Anfang-Mitte Januar gucke ich neugierig in die Fischtheken meines Vertrauens und warte sehnsüchtig auf den Start der neuen Saison. Seit ich vor 2 Wochen nach Lofoten flog und den Fischern nicht nur beim Angeln zuschaute, sondern selbst zum Fischen an Bord ging, bin ich dem arktischen Winterkabeljau noch mehr verbunden.

Stellt euch vor: Ihr schippert von Kopf bis Fuß dick, warm und wasserfest eingemummelt auf der alten aber toll restaurierten Smyrna über die eiskalte, hellblau glitzernde See. Vor euch bis 900 Meter hohe Felsen, die steil aus dem Meer herausragen, rechts bis zum Horizont einfach nichts als schäumendes Wasser und blauer Himmel, hinter euch die rot-bunten kleinen Häuser des Ortes und links von euch unzählige Fischerboote, soweit das Auge reicht. Die Wellen klatschen ans Boot und die Möwen schreien und stürzen sich hungrig ins Wasser um Fischreste zu ergattern. Seelenruhig zieht der Seeadler seine Kreise, bis auch er blitzschnell hinab ins Wasser stürzt und mit einem Fisch in den Fängen weiter fliegt.

Das alles ist so irrsinnig schön, dass man sich kneifen möchte, um zu sehen, was echt ist und was nicht. Durch den dicken Anzug spürt man das Kneifen aber nicht, doch spätestens bei der nächsten eisigen Böe, weiß man, man ist tatsächlich mitten auf dem Meer und fängt bald Skrei. Man ist hellwach und genießt jede Sekunde dieses irren Abenteuers.

Unser Schiff per Drohne

Foto: Marius Fiskum
www.mariusfiskum.no    Der uns begleitende Fotograf hatte eine Drohne im Gepäck. Ich hätte jetzt auch gern eine.

Skrei mit en Fischern in Lofoten angeln

 

Skrei fischen in Lofoten

Foto: Marius Fiskum
www.mariusfiskum.no

Ist Skrei in der Nähe, stoppt der Kapitän das Schiff, es geht an die großen Spulen entlang der Reeling und das Angeln beginnt. Per Hand werden die langen mit Haken versehenen Schnüre auf und ab bewegt, bis der Fisch beißt. Der erste riesige Skrei hing per Zufall an meinem Haken, das hat kaum 5 Minuten gedauert. Es folgte noch vielmehr und wir hatten am Ende reiche Beute.

Welch eine sensationelle Tour in einer überwältigenden Natur, die allein schon eine Reise wert ist. Wenn man dann noch die Gelegenheit bekommt, direkt vor Ort alles über den Skrei, „Das Gold der Lofoten“ zu erfahren und hautnah zu erleben, welch großen Stellenwert dieser besondere Fisch dort oben einnimmt, ist das kaum zu toppen. Mehr über Skrei und unser Abenteuer könnt ihr im ersten Beitrag lesen:
SAY HEI TO SKREI – MIT DEN FISCHERN ANGELN IN LOFOTEN Viele Bilder und Infos, Anglerglück, Genuss und Nordlicht inklusive!

Nach meinem Beitrag über unser aufregendes Angeln in Lofoten, gibt es heute natürlich noch ein Rezept dazu. Der herrliche Winterkabeljau in einer vom unglaublichen Nordlicht inspirierten Sauce.

 

Dieser Film stammt von Marius Fiskum via Seafood  from Norway. Thank you so much!

Seafood  from Norway lud zu dieser Pressereise in den Norden Norwegens ein, wo wir nicht nur vor Ort den Fischern beim Angeln des Skreis zuschauen durften, sondern anschließend selbst an Bord gingen um diesen herrlichen Fisch zu catchen und anschließend großartig zubereitet auch verspeisten.

Skrei – das Gold der Lofoten

Was den Skrei so besonders macht und ihn vom herkömmlichen Kabeljau unterscheidet, ist das was ihm den Namen gegeben hat:  Skrei bedeutet „Wanderer“.
Jedes Jahr aufs Neue ereignet sich an Norwegens Küste ein ganz besonderes Naturschauspiel. Millionen arktischer Kabeljaus machen sich auf den viele hundert Kilometer langen Weg von der Barentssee zu ihren Laichplätzen vor Lofoten. Dieser Kraftakt macht sein Fleisch so besonders: muskulös, fest und fettarm. Mehr als 1000 Fischerbote waren 2018 in Lofoten registriert. Mit Rip-Booten sind wir von Fischerboot zu Fischerboot gedüst und haben geschnackt und fotografiert. Auch wenn die Fischer zu der Zeit bereits fast 12 Stunden in eisiger Kälte auf dem Meer waren, haben sie uns nach einigen Tonnen gefangenen Fischs immer wieder lächelnd ihren neuen Fang gezeigt. In Lofoten arbeitet und lebt man mit dem Skrei – genau wie vor vielen hundert Jahren.

 

So gesund ist Skrei

Seit der Wikinger-Zeit ist Skrei ein wertvolles Handelsgut und beglückt uns Fischliebhaber mit einem ganz herausragend leckeren Produkt. Dabei ist es nicht nur köstlich sondern auch überaus gesund.

Norwegischer Weißfisch ist mager, reich an gesunden Proteinen sowie den Vitaminen D und B12 und außerdem eine natürliche Quelle an Jod und Selen, weiß Gitte Hannemann Mollan, Country Director des Norwegian Seafood Councils.
Der Skrei hat nicht ganz so viele Omega3-Fettsäuren wie beispielsweise Lachs – die Diskusion, ob diese ohnehin überschätzt sind, lasse ich hier einmal aus – dafür besitzt er einen zu geringen Fettgehalt. Das ist, wie ich finde, aber auch sein großer Vorteil: So wohlschmeckend und dabei auch so kalorienarm zu sein, ist doch ein Geschenk!

 

Unser Skrei Menü von Roy Magne Berglund

Von Roy zubereitet genossen wir noch ein ganz außergewöhnlich gutes Fischmenü mit Skrei, Muscheln, Seeigel und anderen Köstlichkeiten. Fisch so gekonnt und fantasievoll kombiniert verwenden, zubereiten und anrichten kann man eben besonders gut, wenn man dem Fisch so nahe ist, wie dieser preisgekrönte Mann aus Ballstad etwas nördlich von Lofoten.
Wir aßen im Full Steam, einer liebevoll eingerichteten Event Lokation mit musealem Charakter, gegründet mit dem Gedanken die Geschichte der Skrei Fischerei zu erzählen und zu bewahren.

 

Mehr Skreirezepte? Bitte sehr!

Von mir gibt es jedes Jahr ein Skreirezept im Blog

Mein Tipp für den Einkauf: Skrei Loins – besser geht’s nicht

Skei Loins, oder einfach Filet? Loins sind Rückenstücke und das beste Filet-Stück des Fisches. Es ist besonders dick, gleichmäßig, saftig und nahezu Grätenfrei. Preislich wesentlich teurer als das übrige Filet aber jeden Cent wert.

Frische Skrei Loins sind von so herausragender Qualität, da braucht es nicht viel: ein paar Gewürze und eine gute Sauce – that’s it. Keep it simple – der große Geschmack ist bereits da.
Weil man die Zubereitung so einfach halten kann, ist sie ein Kinderspiel. Man kann Skrei pochieren, confieren, auf viele Arten zubereiten und erhält wirklich tolle Ergebnisse – ich mag ihn oft mit der einfachsten aller Zubereitungen am liebsten – bei niedriger Temperatur sanft in der Pfanne in Butter gebraten.

 

Skrei mit Bärlauch und Senfrahm

Skrei mit Bärlauch und Senfrahm

Und dann kam auch noch das Nordlicht über uns. Aurora Borealis als finaler Höhepunkt unseres Trips war so erhofft und ganz plötzlich einfach da.

Unser nächtliches Aurora Borealis Abenteuer am letzten Abend in Henningsvaer hat mich zu dieser Sauce inspiriert. Bärlauch-Rahm, der mit Senfrahm langsam auf den Teller fließt, musste sein. Möchte man diesen Effekt außerhalb der Bärlauchsaison haben, ersetzt man den Frühlingsstinker einfach durch andere Kräuter, wie Dill und Petersilie. Etwas Spinat ist ohnehin dabei, er dunkelt den Swirl maßgeblich ab, ist aber besonders in Kombination mit dem Bärlauch wenig geschmacksgebend.

 

Skrei mit Bärlauch und Senfrahm

2 Portionen

Zutaten

300 g Skrei Loins + 1 El Butter
2 kleine rote Zwiebeln
Rote Bete Saft
50 g Butter
25 g Mehl
Fischfond alternativ gute Brühe
150 ml Sahne
1 El Dijon Senf
1 Büschel Bärlauch (ca 12 Blätter)
2 Handvoll Babyblattspinat
50 ml Sahne
Salz
Kartoffelpüree (dafür hat jeder sein Rezept, gell?)
Microgreens oder herkömmliche Kresse
Pfeffermühle dazureichen

Zubereitung

Rote Zwiebeln halbieren, die einzelnen Schichten vorsichtig voneinander lösen und in Rote Bete Saft 5 Minuten kochen, herausnehmen, abtropfen lassen.
Wenn die Sauce bereitet wird, ist es Zeit den Skrei aus der Kühlung zu holen.
Butter in einem Topf schmelzen, Mehl einrühren und mit kaltem Fischfond bei niedriger Temperatur so glatt rühren, dass eine angenehme Saucenkonsistenz entsteht. 10 Minuten köcheln lassen, dabei soviel Sahne angießen, dass die inzwischen eingedickte Sauce ihre optimale Konsistenz erhält. Möchte man es verschlanken, einen Teil der Sahne durch Milch ersetzen. Senf einrühren mit Salz abschmecken und nicht mehr kochen lassen.
Bärlauch und Spinat zerkleinern, mit etwas Rahm 5 Minuten garen und anschließend ganz fein mixen. Anschließend durch ein Sieb passieren. Die grüne Sauce sollte dieselbe Konsistenz der Senfsauce haben, gegebenenfalls müsste sie eingekocht oder mit Sahne/Brühe verlängert werden. Beide Saucen zusammen (nebeneinander, übereinander) in einen Krug geben, warm halten und sobald der Skei fertig ist auf Teller gießen.
Zwiebeln mit Kartoffelpüree aus dem Spritzbeutel füllen und warm stellen. Die Teller bei der Gelegenheit auch gleich vorwärmen.
Butter für den Skrei bei höchstens mittlerer Temperatur in einer Pfanne schmelzen, den Skrei hinzugeben und von beiden Seiten einige Minuten sanft garen. Er darf in der Mitte gern leicht glasig bleiben.
Auf alles auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit Microgreens bestreuen.

Ich hoffe, ihr hattet den Skrei dieses Jahr schon auf dem Teller, wenn nicht, bis Mitte/ Ende April könnt ihr ihn noch ergattern.

Genießt den zarten Frühling und bleibt mir hungrig,

Simone

 

Spannend und köstlich unterwegs  für Seafood  from Norway

 

Skrei mit Bärlauch und Senfrahm

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