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Kalops – schwedisches Gulasch mit Möhren, ganz einfach gekocht und nordisch gut


Kalops – schwedisches Gulasch mit vielen Möhren wird ganz einfach gekocht und schmeckt nordisch gut! Zu Ostern und an allen anderen Tagen

 

Ihr seit auch die weltgrößten Fans von reichlich fantastischer brauner Sauce auf dem Teller? Dann seid ihr hier genau richtig!
Wenn man mich nach meinem Lieblingsgericht fragt, denke ich pawlowsch – ZACK – sofort an braune Sauce. Möglichst dunkel, schön konzentriert, kräftig und wunderbar rund und aromatisch.
Aus diesem Grund habe ich bereits mehr als 15 Ragouts gebloggt. Eins besser als das andere, deutsch, ungarisch, französisch, griechisch, italienisch und jetzt eben schwedisch.

 

Kalops - schwedisches Gulasch mit vielen Möhren

Kalops – schwedisches Gulasch

Und schwedisches Gulasch soll anders sein, als das was wir bislang kennen? Ja, das ist es. Eine Besonderheit sind die vielen Möhren, die in ihm stecken. Die machen das Schmorgericht so frühlingsleicht. Und wie gesagt, uns geht es nie darum viel Fleisch zu essen, uns geht es vielmehr um die fantastische Sauce.
Ragouts sind hier im Hause S-Küche übrigens stets “Sonntagsbraten”. Fleisch gibt es nicht so einfach zwischendurch, sondern nur zu besonderen Anlässen und immer in allerbester Qualität.
Zum Beispiel von Grüne Bauern, eatventure oder Ein Stück Land.

Die zweite Besonderheit am schwedischen Kalops ist ein ganz spezieller Geschmacksverstärker, einer der typisch schwedisch ist.

Kalops - schwedisches Gulasch mit vielen Möhren wird ganz einfach gekocht und schmeckt nordisch gut! Zu Ostern und an allen anderen Tagen

Ihr habt Lust auf mehr Ragouts? Bitte sehr!

Hie findet ihr Ragouts und Gulaschgerichte aus allen möglichen Ländern in meinem BEST OF SCHMORGERICHTE AUS ALLER WELT

 


Kalops – schwedisches Gulasch mit Möhren und der schwedischen Geheimzutat

Was macht Königsberger Klopse so herzhaft, Spaghetti alla Puttanesca so pikant und die meisten vietnamesischen Gerichte so umami? Die Sardelle, auch Anchovis genannt.
Wer meint, er möge die kleinen Fischchen nicht, hat sie vielleicht in der falschen Dosierung gegessen. Ich kann sie, wie viele andere auch, pur genießen und liebe Pizza, die damit üppig belegt ist. Zur Verfeinerung von Fleischgerichten genügt aber eine Spur, ein Hauch Aroma, der die damit versehenen Speisen hoch hinaus hebt.

Geschmacksverstärker? Ja bitte!

Klopse schmecken ja nicht nach Fisch sondern werden durch wenige Sardellen in der Hackmasse einfach um ein vieles aromatischer.
Fischsauce aus fermentierten Sardellen hergestellt, gibt den richtigen Wumms an vietnamesische Gerichte.
Das wissen die Schweden, die für ihren abenteuerlichen Umgang mit Hering als Surströmming berüchtig sind, schon lange. Ihre zarten Ansjovis, die Appetitsild, sind eine essentielle Zutat in ihrem berühmten Kartoffelgratin Janssons Frestelse und die Knaller-Zutat im schwedischen Kalops. Nicht in allen Versionen, aber in den richtig guten.

Schwedische Ansjovis werden nicht wie Sardellen salzig, sondern süß-sauer eingelegt und schmecken ganz zart. Für das Kalops verwenden Generationen von schwedischen Genießern einige Fischchen und die süßliche Marinierflüssigkeit.
Ängstliche lassen diese Zutat im Kalops einfach weg, alle anderen erleben, wie jätte gott, wie fantastisk so ein Kalops schmecken kann!

Kalops - schwedisches Gulasch mit vielen Möhren

Tipps & Tricks

  • Ihr könnt dieses Ragout auf dem Herd garen oder noch viel unkomplizierter bei 160°C im Backofen. Die Temperatur muss nie reguliert werden, nichts kocht zu schwach, oder zu stark.
  • Die Garzeit des Kalops beträgt knapp 3 Stunden. Das tut Fleisch und Sauce gut, den Gewürzen hingegen nicht. Das Aroma würde sich einfach weg kochen.  Deswegen werden sie erst nach 2 Stunden hinzugefügt.
  • Die kleinen, zurechtgeschnitzten Möhrchen sind rein optional. Man könnte sie einfach weglassen. Ich finde aber, dass sie todschick aussehen. Bekommt man gerade keine winzigen Möhrchen, schnitzet man sie sich einfach etwas zurecht.

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Kalops – schwedisches Gulasch mit Möhren

Zutaten

1 kg Bratenstück vom Rind, ich hatte Oberschale von Grüne Bauern
3 mittelgroße Zwiebeln, grob gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Butterschmalz
1 El Tomatenmark
Butterschmalz oder Bratöl
3 große Karotten und 5 sehr kleine (Siehe Tipps & Tricks)
1 Esslöffel Zucker
300 ml Rotwein
600 ml Fleischbrühe (Bratenfond)
10 ganze Pimentkörner
2 Lorbeerblatt
1 El Obstessig
Maisstärke
Pfeffer/Salz
etwas glatte Petersilie
optional aber unbedingt empfohlen: 3 Appetitsild (Anchovis) und die Marinierflüssigkeit aus der 90 g Dose

dazu passen Kartoffeln oder Nudeln

Zubereitung

  1. Das Fleisch in 4 cm große Würfel schneiden, ganz leicht salzen und mit Butterschmalz in einem Bräter in 2-3 Schüben scharf anrösten
  2. Große Möhren würfeln, die Kleinen beiseite stellen
  3. Fertig angebratenes Fleisch aus dem Bräter entfernen, anschließend die Zwiebeln mit etwas Butterschmalz hineingeben und goldbraun schmoren
  4. Die Möhrenwürfel mit dem Zucker hinzugeben und karamellisieren (aufpassen, dass nichts verbrennt)
  5. Knoblauch 1 Minute mitrösten, Tomatenmark 1/2 Minute
  6. Rotwein angießen und zur Hälfte einkochen
  7. Backofen auf 160°C vorheizen
  8. Fleisch wieder in den Bräter geben, die Brühe angießen und aufkochen lassen
  9. Den Bräter verschlossen für 2 Stunden in den Ofen stellen
  10. Jetzt Piment, Lorbeer, 1 El Obstessig, klein geschnittene Anchovis und deren gesamte Marinierflüssigkeit hinzugeben und weitere 20 Minuten verschlossen im Ofen garen
  11. Die kleinen Möhrchen garen sich auf dem Gulasch ganz wunderbar – einfach oben auflegen, Deckel zu und das Kalops final weitere 25 Minuten im Ofen fertig garen
  12. Die Sauce lässt sich prima binden, indem man sie in einen anderen Topf abgießt und 2 Minuten mit 1-2 Tl  in Wasser angerührter Speisestärke köchelt
  13. Alles pikant mit Pfeffer und Salz abschmecken und mit Petersilie bestreuen

 

Dieses herrliche schwedische Gulasch müsst ihr unbedingt ausprobieren, wenn ihr Schmorfleisch- und Saucenfans seid.

Macht es euch lecker und schön,

Simone


 

 

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1 Kommentar

  • Dirk

    Liebe Simone, wieder mal ein echter Knaller das Rezept, vielen Dank dafür. Echtes Soulfood wenn es draußen stürmt und hagelt. Hatte Roastbeef vom freilaufenden Galloway Rind eines guten Bekannten und habe selbst Spätzle dazu gemacht, und jetzt sind alle satt und zufrieden 🙂
    Liebe Grüße, Dirk

    10. April 2022 at 19:44 Reply
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